Was ist erlaubt und was nicht? Beim Bewirten müssen Betreiber von Speisegaststätten, Eisdielen und Cafés sowie ihre Gäste ab heute strenge Regeln beachten. Diese beziehen sich zum Beispiel auf den Abstand der Tische zueinander. Der muss mindestens 1,5 Meter betragen. Die Vorgaben haben aber auch Auswirkungen auf die Belegung der Tische.

Beim Pressegespräch am Freitag betonten OB Hermann-Josef Pelgrim und Annette Wagenländer, Abteilungsleiterin Bürgerdienste und Ordnung, dass es sich beim Besuch einer Speisegaststätten um ein Treffen in einem privaten Raum handle. Demnach dürfen sich Freunde in Gruppen von bis zu fünf Personen an einen Tisch setzen, ohne die Abstandsregeln einhalten zu müssen. Wenn Gäste in gerader Linie miteinander verwandt sind, also Kinder, Eltern und Großeltern und die jeweiligen Lebenspartner, darf die Gruppe auch größer sein.
Daher sieht Pelgrim Probleme auf Wirte und Besucher zukommen. Wenn sich zum Beispiel vier Freunde und eine Großfamilie samt zusätzlich Angeheirateten treffe, ergebe das seine große Gruppe am Tisch. Doch diese Verwandtschaftsverhältnis sei für Außenstehende zunächst nicht erkennbar.

Ordnungsamt widerspricht denÄußerung des Oberbürgermeisters

Ein Haller Wirt hat uns kontaktiert und das mitgeteilt: Das Haller Ordnungsamt habe ihm die Vorgaben der Landesverordnung als verbindlich mitgeteilt. Die widersprechen den Äußerungen Pelgrims. Unser Reporter ist weiterhin an diesem Thema dran - in Kürze werden wir mehr berichten.

Landesverordnung: Nur zwei Haushalte

In der Corona-Verordnung für Gaststätten des Landes Baden-Württemberg steht aber: „Speisegaststätten gelten als öffentlicher Raum. Daher darf man nur mit seinem eigenen und einem weiteren Haushalt an einem Tisch sitzen. Für die Personen, denen es gestattet ist, an einem Tisch zu sitzen, ist das Einhalten des Mindestabstands demnach nicht notwendig“, so die Vorgabe des Landes.

Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) verweist in einer Mitteilung an seine Mitglieder auf die Verordnung der Landesregierung und die Kontaktbeschränkungen, die für den öffentlichen Raum gelten. „Eine Vorgabe für eine Personenzahl gibt es nicht. Entscheidend ist, welche Gäste an einem Tisch sitzen.“ Dies sei nur Personen gestattet, denen der Kontakt untereinander erlaubt ist. „Das sind Personen aus dem Kreis der Angehörigen des eigenen sowie eines weiteren Haushalts.“ Der Begriff „Familie“ sei gleichbedeutend mit dem Begriff „Haushalt“ zu verstehen.
Die Stadt Crailsheim handelt ebenfalls nach diesen Vorgaben, wie aus einer Pressemitteilung zu entnehmen ist.