Interview Comedy-Star Bülent Ceylan über Nervenflattern und neue Ziele

Ilshofen / DIE FRAGEN STELLTE JOCHEN HÖNEß 06.10.2015
Mit langen Haaren und Mannheimer Slang begeistert Bülent Ceylan sein Publikum. Am 16. und 17. Oktober ist er zu Gast in der Ilshofener Arena Hohenlohe.

Herr Ceylan, Sie treten regelmäßig vor vielen tausend Leuten auf. Kriegen Sie manchmal beim Gang auf die Bühne noch Nervenflattern?
BÜLENT CEYLAN: Ich habe immer Respekt vor dem Publikum. Und den darf man auch nicht verlieren. Bevor es losgeht, spüre ich eine große Anspannung. Ab dem ersten Lacher bin ich aber sehr entspannt und habe großen Spaß.

Im RTL-Abendprogramm haben Sie ebenfalls eigene Shows. Gibt es große Unterschiede zwischen TV-Produktion und Bühne?
Ja, auf jeden Fall. Im Fernsehen ist vieles sehr kurzfristig, auch Änderungen im Text. Zudem sind Kameras mit dabei, die muss man ebenso berücksichtigen wie das Publikum im Studio. Dennoch macht mir das großen Spaß. TV-Auftritte sind schließlich auch eine Werbeplattform, weil man viele Menschen erreicht.

Ihr Clip "Ich bin kein Rassist, aber. . ." wurde in den letzten Tagen zehntausendfach in den sozialen Netzwerken geteilt. Darin machen Sie sich über ausländerfeindliche Facebook-Postings lustig, deren Verfasser auf Kriegsfuß mit der deutschen Grammatik stehen. Ist Humor die beste Art, mit solchen Mitteilungen umzugehen?
Es bleibt gar nichts anderes übrig. Wie will man das sonst verarbeiten? Ich finde es total krass, dass das Video jetzt so bekannt ist. Es ist drei Jahre her, dass wir das aufgezeichnet haben. Und neulich sagte mein Produzent zu mir: "Poste das nochmal! Das ist jetzt wieder aktuell."

In der Tat - in Deutschland wird gerade eine große Debatte über Flüchtlinge geführt. In welchem Umfang sollte ein Kabarettist solche Themen in sein Programm mit aufnehmen?
Wir müssen alle schauen, wie wir das geregelt bekommen. Als Komiker bin ich da sehr ernst. Das Thema ist sehr komplex geworden. Bei manchen Nachrichten kann man keine Witze mehr machen. Wenn es darum geht, Menschenfreund zu sein, bin ich vorne dabei. Ich helfe auch im ein oder anderen Flüchtlingsheim. Aber man sollte auch fragen: Wie gehen Muslime damit um, wenn sie in Deutschland Homosexuelle oder unverschleierte Frauen sehen? Wer das nicht will, sich nicht anpassen will, der muss gehen. Da bin ich sehr strikt.

Der Bezug zu Rock und Metal ist Ihnen ebenfalls sehr wichtig. Sie sind schon mit weltbekannten Bands wie Korn auf der Bühne gestanden. Haben Sie eine ultimative Lieblingsband?
Korn ist super. Ich mag aber auch Tool, Sepultura, Neil Young oder Pearl Jam. Bei mir hat das als Teenager angefangen. Damals hörte ich Bands wie Nirvana, Rage Against The Machine oder Metallica. Das war mein Ding.

Nächstes Jahr werden Sie 40 - und haben in Ihrem Leben schon ziemlich viel erreicht. Welche Ziele haben Sie sich fürs nächste Jahrzehnt gesteckt?
Wir haben neulich eine TV-Show aufgezeichnet: "Bülents große Überraschungsshow". Sie soll vor Weihnachten zur Prime Time ausgestrahlt werden. Das wird ein Riesending! Ich könnte mir gut vorstellen, so etwas in den nächsten Jahren verstärkt zu machen. Ein neues Live-Programm steht ebenfalls an. Außerdem ist aktuell ein Kinofilm in Arbeit.

Karten nur noch für Samstag

Vorverkauf Bülent Ceylan tritt mit seinem Programm "Haardrock" am Freitag, 16., und Samstag, 17. Oktober, in der Ilshofener Arena Hohenlohe auf. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Für den ersten Termin gibt es keine Karten mehr; für den 17. Oktober sind noch Karten im Internet auf www.reservix.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

SWP

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