Konzert Chris de Burgh begeistert im Carmen-Würth-Forum

Geschlossene Augen, die Hände behutsam an der Gitarre: Der Irische Sänger Chris de Burgh zeigt und sorgt für Emotionen im Carmen-Würth-­Forum in Künzelsau.
Geschlossene Augen, die Hände behutsam an der Gitarre: Der Irische Sänger Chris de Burgh zeigt und sorgt für Emotionen im Carmen-Würth-­Forum in Künzelsau. © Foto: Andreas Dehne
Künzelsau / Andreas Dehne 21.08.2018
Der irische Sänger feiert in Künzelsau mit den Zuhörern die Wiederkehr der großen Gefühle. Dabei scheut er vor allem den Kontakt mit den weiblichen Fans nicht.

„I wish I was sailing away.“ Der 69-jährige Sänger stimmt den Refrain eines seiner zahlreichen Hits an diesem Abend an. „Sailing away“ schallt es von den begeistert mitsingenden Zuschauern zurück. Viele von ihnen stehen gegen Ende des zweistündigen Programms ohne Pause direkt vor der Bühne und singen mit. Die Hände sind oben. „Sailing away, in your arms tonight.“

Das Schöne an einem Solo-Programm ist, dass man die Lieder wieder so spielen kann, wie sie einst entstanden sind – an der Gitarre und am Piano, erklärt de Burgh auf Englisch. Und so bringt er am Samstag knapp 30 Hits in schneller Folge auf die Bühne im vollbesetzten großen Saal des Carmen-Würth-Forums. „Waiting for the hurricane“ an der zwölfsaitigen Elektrogitarre. „Here is your paradise“ am E-Piano. Die Zuschauer sind begeistert. Er erhält Geschenke und Briefe. „A message, to the sexiest man in the world“, liest er unter großem Beifall vor.

Erfüllter Liedwunsch

Er berichtet von der Begegnung mit einer jungen Frau in Künzelsau, die sich ihm nähert („really, really, really close“) und sich für den heutigen Abend einen Song wünscht. „There goes my heart again – I’m losing it over you“. Herzzerreißend seine Hommage an die jung verstorbene Eva Cassidy. In Anlehnung an deren erste und einzige CD nennt er sie „Songbird“. Auf Einladung Christian von Stettens, de Burgh und er sind befreundet, kündigt der Sänger einen weiteren Hit an. „Künzelsau I’ve been missing you.“ 2014 hat Chris de Burgh bei der Hochzeit des Bundestagsabgeordneten nach der Trauungszeremonie spontan einige Lieder für das Paar gesungen. Große Gefühle, die er „near Künzelsau“ auch solo mit Gitarre oder Piano sehr authentisch und ergreifend auf die Bühne bringt.

„The greatest mystery of all“ kündigt er den Titel „A womans Heart“ an. Als hätte er die Herzen der Frauen nicht schon längst erobert, setzt er nach etwa 90 durchgehenden Konzertminuten zum 30-minütigen Finale an. Ein Playback wird eingespielt. Er verlässt mit dem Mikrofon die Bühne und taucht in die weiten Tiefen des Großen Saals ein. Alle Frauen, die rot gekleidet sind, werden von ihm umarmt. „Ich gehe mich kurz umziehen“, entfährt es einer sehr angetanen Zuschauerin. „The Lady in Red“ wird recht körpernah zelebriert. „Don’t pay the ferryman“ oder „High on emotion“ folgen. Der irische Ausnahmekünstler bringt die großen Gefühle wieder zurück auf die Bühne, zurück zu Piano und Gitarre, zurück zur „Genesis“ wie er es selbst bezeichnet.

Rührung zum Ende hin

Die ersten beiden Zugaben „Snows of New York – I must stay and you must go“ und „Peaceful Waters – Only love can find the door“, treiben noch einmal die Abschiedstränen in die Augen. Der in Argentinien geborene Ire hat das begeisterte Publikum von „near Künzelsau“ fest im Blick und im Griff.

Unter stehenden Ovationen und frenetisch anmutendem Applaus entlässt man ihn nach zwei Stunden nur ungern. Die letzte Zugabe „Pretty Woman“. Im Original 1964 von Roy Orbison gesungen. Da hat „the sexiest man in the world“ bei seinem Rundgang durch das Publikum wohl doch noch seine „Lady in Red“ gefunden. Die „Pretty Woman“. Es sei ihm gönnt. Denn so kommt er hoffentlich recht bald wieder. Dann aber bitte mit einem „Spanish Train“ und einem „Spaceman.“ Denn die beiden Hits waren wirklich das Einzige, das an diesem wunderschönen Konzertabend gefehlt hat.

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