Weltmarktführer Chinesen suchen Kontakt zu Döring

Walter Döring reist nach China, um dort einen weiteren Kongress der Weltmarktführer vorzubereiten und einen Repräsentanten einzusetzen.
Walter Döring reist nach China, um dort einen weiteren Kongress der Weltmarktführer vorzubereiten und einen Repräsentanten einzusetzen. © Foto: adwm
Schwäbisch Hall/Peking / Jürgen Stegmaier 02.11.2018

Selbst 14 Jahre nach seinem Abgang aus der Politik bringt sich der Haller Walter Döring auf dem Wirtschaftsparkett ins Gespräch. Etabliert hat sich das Gipfeltreffen der Weltmarktführer, das alljährlich zu Beginn des Jahres in Schwäbisch Hall stattfindet. Bei einem Vortrag, den Döring im Sommer in Frankfurt gehalten hat, seien Mitarbeiter der chinesischen Botschaft und des Generalkonsulats auf ihn und seine Akademie Deutsche Weltmarktführer (ADWM) aufmerksam geworden. Von diesem Tag an ging vieles ziemlich schnell. Unlängst reiste Walter Döring mit einer Delegation, zu der auch Stefan Schöllhammer vom Haller Saunahersteller Klafs gehörte, ins Reich der Mitte.

Gut vernetzt

Bei dieser Reise standen zwei Dinge im Mittelpunkt: Walter Döring ernannte einen Repräsentanten für seine ADWM, außerdem wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet. Diese hat zum Ziel, 2020 einen Kongress der Weltmarktführer in China zu veranstalten, wahrscheinlich in der Hauptstadt Peking.

Die Akademie Deutscher Weltmarktführer wird in China künftig von Yang Ming repräsentiert. Er ist Vorsitzender des Verbands German Federation of Overseas Chinese Entrepreneurs. Zu Deutsch: Deutscher Verband chinesischer Unternehmer, die in Übersee aktiv sind. Walter Döring ist davon überzeugt, in Yang Ming den richtigen Mann gefunden zu haben, um in China seine Interessen zu vertreten. Yang Ming sei in der chinesischen Wirtschaft extrem gut vernetzt, macht der Haller deutlich.

Ob sich der Wunsch seiner Gastgeber erfüllt, bereits 2020 einen Weltmarktführerkongress in China anbieten zu können, sei ungewiss. Das Interesse daran allerdings sei riesig. Döring hält diesen Plan seiner Gastgeber für „höchst ambitioniert“.

Im Gästehaus der Regierung

Döring wundert sich auch Tage nach der Reise noch darüber, mit welcher Offenheit und welchem Wohlwollen er empfangen wurde. „Nicht einmal als Minister bin ich so aufgenommen worden“, sagt der ehemalige Wirtschaftspolitiker. Untergebracht war Döring während seiner einwöchigen Reise im Gästehaus der Regierung in Peking, was er als bemerkenswertes Privileg wertet.

Von der Wirtschaftskraft Chinas ist der Haller überzeugt. Döring lobt die Entschlossenheit, mit der die Chinesen ihren Weg gehen. Dass in Fernost erfolgreiche Produkte nur kopiert werden – das sei längst vorbei. „Bei Dingen wie künstlicher Intelligenz ist China viel weiter als wir“, ist Döring überzeugt.

Wo liegen die Risiken für ein Engagement im Reich der Mitte? Allenfalls im knappen Zeitplan für den gewünschten Kongress. Ins finanzielle Risiko muss Döring mit seiner ADWM nicht. Das sei Sache der Chinesen. Wie hoch das Budget für diese Veranstaltung ist – angestrebt seien mindestens 1000 Teilnehmer –, vermag Döring nicht zu umreißen. Das Budget für das Haller Gipfeltreffen sei mit etwa einer Million Euro anberaumt.

Nötige Reformen

Stefan Schöllhammer ist geschäftsführender Gesellschafter des Schwäbisch Haller Saunabauers Klafs. Er nutzte einen Auftritt in Peking vor mehreren Hundert Unternehmern und Regierungsvertretern dazu, Reformen anzumahnen. Es sei zu aufwendig und teuer, deutsche Produkte in China zu zertifizieren. Außerdem sei die Zahlungsmoral vieler Geschäftspartner unbefriedigend. Ein Mittelständler könne es sich nicht leisten, lange auf sein Geld zu warten. Außerdem wünsche sich Schöllhammer mehr Rechtssicherheit für Geschäfte in China.

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