Jagsthausen Burgfestspiele Jagsthausen ziehen Bilanz: rund 55.000 Gäste bei der 65. Spielzeit

Die Stimmen sind ausgezählt, der diesjährige Gewinner des Publikumspreises heißt Karsten Kramer. Vor allem in der Feuerzangenbowle begeisterte er als »kleiner Luck« die Zuschauer.
Die Stimmen sind ausgezählt, der diesjährige Gewinner des Publikumspreises heißt Karsten Kramer. Vor allem in der Feuerzangenbowle begeisterte er als »kleiner Luck« die Zuschauer.
Jagsthausen / SWP 28.08.2014
Über 55.000 Besucher bei 91 Aufführungen und damit mehr, als für eine positive wirtschaftliche Kalkulation geplant waren: Das ist die Bilanz der Burgfestspiele Jagsthausen, die am Wochenende zu Ende gingen.

Bemerkenswert aus Sicht der Festspielleitung, so Geschäftsführer Roland Halter, ist, wie das anspruchsvolle organisatorische und künstlerische Programm erfolgreich bewältigt und von den Zuschauern angenommen wurde. "Letztendlich hat sich gezeigt, dass das Wagnis, das wir eingegangen sind, den Wünschen unseres Publikums entgegenkam. Die Spielzeit bestärkt uns in dem Willen, diesen Weg weiter zu verfolgen und weiterhin zu versuchen, dem Publikum anspruchsvolles und unterhaltsames Theater im Sommer anzubieten", betont Halter.

Auch der neue künstlerische Leiter der Burgfestspiele, Axel Schneider, zieht für seine erste Spielzeit an der Jagst eine positive Bilanz: "Ich bin froh und glücklich über den Verlauf der Saison. Wir haben viel riskiert und die Rechnung ist aufgegangen. Zehn verschiedene Titel und 30 Aufführungen mehr als in der Vorsaison haben ein breites Angebot geschaffen, stellten aber auch eine große Herausforderung für alle Mitarbeiter dar, im Besonderen für das technische Team."

Mit Ausnahme des Kinderstücks "Michel aus Lönneberga", das mit rund 14.000 Besuchern bei 17 Aufführungen ganz knapp unter der Kalkulation lag sowie der "Ghetto Swinger"-Produktion um den jüdischen Jazzmusiker Coco Schumann (2200 Besucher bei acht Aufführungen), die aber eine wichtige Bereicherung im Programm darstellte und sowohl bei der Kritik wie auch den Besuchern begeistert aufgenommen wurde, lagen alle weiteren Inszenierungen im Burghof über den Erwartungen: Das Traditionsstück "Götz von Berlichingen" in einer Inszenierung von Michael Bogdanov und mit Götz Otto in der Titelrolle sahen an zwölf Abenden rund 7800 Besucher, das Kultstück "Die Feuerzangenbowle" begeisterte an ebenfalls zwölf Abenden rund 9300 Theaterbesucher.

Das Leben der Country-Legende "Hello, Im Johnny Cash" mit Helen Schneider und Gunter Gabriel führte bei 13 Vorstellungen über 11.100 Musikbegeisterte in den Burghof, die Eigenproduktion "Die Päpstin" in der Regie der stellvertretenden künstlerischen Leiterin Eva Hosemann sahen bei zehn Aufführungen rund 8100 Gäste. Ausverkauft war im Gewölbe der Götzenburg an elf Terminen "Pettersson und Findus" mit knapp 1100 kleinen und großen Fans.

Gefeiert in der Inszenierung und jeweils mit Beifall im Stehen für die Akteure auf der Bühne kamen die drei Gastspiele im Burghof sehr gut an: "Die Geiselnahme", "Als ich ein kleiner Junge war" und "Fettes Schwein".

Axel Schneider, der in Hamburg vier Bühnen und ein Festival leitet, zieht dieses Fazit: "Besonders beeindruckt hat mich unser Ensemble. Ich finde, es hat sich auf sehr hohem künstlerischem Niveau präsentiert. Dies ist auch den hervorragenden Regieteams geschuldet, die die Vorzüge der Burgkulisse immer mit der Geschichte verwoben haben."

Ausblick auf die Spielzeit 2015 in der Götzenburg

Auch 2015 starten die Burgfestspiele mit "Götz von Berlichingen". Termin ist der 3. Juni. Dazu gibt es als einzige Wiederaufnahme "Die Feuerzangenbowle". Und neue Stücke: Für Freunde des Musiktheaters "Anatevka" nach der literarischen Vorlage von Scholem Alejchem in einer Inszenierung von Michael Bogdanov. Die stellvertretende künstlerische Leiterin der Burgfestspiele, Eva Hosemann, inszeniert die irrwitzige Lebensgeschichte "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Als weiteres Schauspiel zeigen die Burgfestspiele "Robin Hood". Als Familienstück gibt es "Ronja Räubertochter", als Kleinkinderstück wird teilweise parallel im Gewölbe der Burg "Der kleine Rabe Socke: Alles meins!" gegeben. Die Spielzeit dauert bis 30. August.

SWP

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