Geliebt und gehasst: Karl, das Maskottchen der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn. Warum das Kerlchen, das für viele ein Sympathieträger ist, so eine Reizfigur wurde, darüber kann nur spekuliert werden. Als der pinkfarbene Plastikzwerg in der Region an prominenten Standorten platziert worden war, vermuteten aufgrund der Farbe einige zunächst eine Werbekampagne eines großen deutschen Telekommunikationsunternehmens.

Bei einer Umfrage dieser Zeitung wird klar: Nur an wenigen Standorten im Landkreis scheint der Buga-Wicht seine Zeit heil verbracht zu haben. Ein Sicherheitsbereich scheint das Landratsamt zu sein. „Er steht immer noch da, ist nur um eine Ecke gerückt“, berichtet Eva Christina Scheiber von der Pressestelle. Die Landkreisverwaltung denke derzeit über eine sinnvolle Zukunft für Karl nach.

Untermünkheims Karl ist sicher

Ähnlich sieht es kocherabwärts in Untermünkheim aus. Gemeinderat Hermann Stapf hatte in der Dezembersitzung des Gremiums nachgefragt, wo der Zwerg, der direkt an der B 19 am Rathaus das Buga-Jahr verbracht hatte, denn verblieben sei. „Er ist sicher untergebracht“, antwortete Bürgermeister Christoph Maschke. Wo dessen künftiges Domizil sein wird, stehe noch nicht fest.

Gut geht es dem Fichtenberger Karl – zumindest wieder. Unbekannte hatten ihn im April schwarz angestrichen. „Wir haben ihn dann abgegeben“, berichtet Stefanie Dietz vom Hauptamt – an Privatleute. In der Adoptivfamilie habe er große Zuwendung erfahren.

Dem Wallhausener Karl wurde während seiner Dienstzeit zwar die Blume gestohlen, doch er wird weiter in Hohenlohe bleiben. Geplant ist, ihn am Kindergarten aufzustellen.

Karl reist zurück nach Heilbronn

Kurzen Prozess hat man mit Karl in Obersontheim gemacht. Die Kommune hat das Angebot der Gartenschau-Macher angenommen und ließ die Figur abholen. „Er hatte auch ein paar Macken“, berichtet Dieter Hermann, Leiter der Hauptverwaltung. Denn kurz vor dem Ende der Gartenschau sei der Zwerg aus der Verankerung gerissen und dann nicht mehr aufgestellt worden. Auch der Karl der Stadt Schwäbisch Hall ist zurück ins Unterland gereist. „Obwohl wir ihn eigentlich gerne behalten hätten“, bedauert Patrick Domberg von der Verwaltung. Das Maskottchen sei lädiert gewesen, habe an seinem Standort am Friedhofsdreieck Schäden am Fuß und Kopf erhalten. Auch die Blume sei verschwunden. Deshalb sei er abgeholt worden.

Weiterer Karl aufgetaucht

In Schwäbisch Hall gab’s übrigens kurzzeitig einen weiteren Karl. „Er stand plötzlich in einer Bushaltestelle im Solpark“, berichtet Domberg. Die Polizei habe sich seiner dann angenommen.

Ein tragisches Ende nahm der Crailsheimer Karl. „Er wurde von einem Bus überfahren“, berichtet Kai Hinderberger aus dem Rathaus. Im September ereilte das Maskottchen das schwere Unglück in Rossfeld. Vorher hatte der dortige Karl allerdings ein bewegtes Leben. „Er wurde an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet und in den Teilorten aufgestellt“, so Hinderberger. Doch alle Schönheiten der Stadt Crailsheim konnte er nicht mehr würdigen: Wegen des Unfalls fielen die noch geplanten Besuche in Ingersheim, im Stadtteil Türkei sowie auf dem Schweinemarktplatz aus.

In anderen Kommunen gilt Karl als vermisst. In Mainhardt wurde er gestohlen. „Seitdem gibt’s von ihm nichts Neues“, heißt es aus dem Rathaus der Waldgemeinde. Auch der Michelfelder Zwerg, der direkt an der B 19 am Rathaus seinen Dienst schob, wurde gestohlen. „Die Bundesgartenschau war da aber schon vorbei“, berichtet Christina Gramm vom Hauptamt.

Es gibt auch einige Kommunen im Landkreis, die brauchten sich keine Gedanken über Karl zu machen – weil sie schlichtweg gar kein Exemplar ihr Eigen nannten. Beispiele dafür sind Bühlertann, Kirchberg, Oberrot, Schrozberg oder Stimpfach.

Einen Karl ersteigert

Die Heilbronner Bundesgartenschau-Organisation hat jüngst zwei der Figuren öffentlich versteigert – sogar ein Exemplar in der Farbe Orange. Einer ging für 2000 Euro an einen neuen Besitzer. Etliche bleiben auch künftig auf dem ehemaligen Buga-Gelände stehen.