Kirchberg Bürgerwindpark Hohenlohe: Da waren es nur noch sechs

Mit einem riesigen Kran ist ein Windrad bei Kleinallmerspann abgebaut worden. Mehr als 14 Jahre lang hat es Strom erzeugt.
Mit einem riesigen Kran ist ein Windrad bei Kleinallmerspann abgebaut worden. Mehr als 14 Jahre lang hat es Strom erzeugt. © Foto: Jens Sitarek
Kirchberg / JENS SITAREK 28.11.2014
Das Windrad bei Kleinallmerspann war einmal. Die Anlage, die dem Bürgerwindpark Hohenlohe gehörte und mehr als 14 Jahre in Betrieb war, ist abgebaut worden. Damit steht sie aber nicht allein im Kreis.

Wer heute unter der A 6 hindurch Richtung Dörrmenz fährt, wird feststellen, dass das Windrad, das seit Juni 2000 zur Landschaft gehörte, nicht mehr da ist. In einer 30-Stunden-Aktion wurde es abgebaut, die Arbeiten zogen sich in die Länge, weil zwischendurch ein Spezialwerkzeug fehlte. Die Anlage war nicht die einzige des Bürgerwindparks Hohenlohe, die in dieser Woche verschwand. Zwei weitere traf es zwischen Veinau und Bühlerzimmern. Sie liefen 18 Jahre und werden zukünftig auf Sizilien Strom erzeugen.

Mit dem komplizierten Abbau hat die Betreiberfirma mit Sitz in Niedernhall einen Generalunternehmer beauftragt. Für die drei Anlagen der ersten Generation entstehen im selben oder angrenzenden Landkreis neue Windräder, die wiederum mit moderner Technik ausgestattet und besser fürs Binnenland geeignet sind. Das ist die Bedingung beim sogenannten Repowering - von dieser gesetzlichen Regelung, die zusätzlich einen Bonus vorsieht, macht der Bürgerwindpark Gebrauch.

Der Bonus im Fall der Anlagen zwischen Veinau und Bühlerzimmern wird auf einen Betreiber im Landkreis Ansbach übertragen, dafür revanchiert der sich mit einem Geldbetrag. Die Anlage, die für die bei Kleinallmerspann vorgesehen ist, steht sogar schon. Das jedenfalls sagt Markus Pubantz. Aber den Standort, den dürfe er nicht öffentlich kommunizieren, dazu habe er sich verpflichtet. Seit drei Jahren ist Pubantz einer der beiden Geschäftsführer des Bürgerwindparks Hohenlohe. Er trägt einen blauen Bauarbeiterhelm, auf dem steht der Name seiner Firma. Um den Abbau von oben zu filmen, hätte er am Freitagnachmittag am liebsten eine Drohne steigen lassen, doch dazu war es einfach zu windig.

Die Anlage in Kleinallmerspann, Typ Nordex F 50, mit einer Nabenhöhe von 70 Metern sei "exotisch", so sagt es Pubantz. "Dafür gibt es keinen Zweitmarkt." Und so wird sie anders als die anderen auch nicht im Ausland wieder aufgestellt, sondern bis auf die Rotorflügel verschrottet.

Das Windrad in Kleinallmerspann hat in 14 Jahren 13 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, diesen Wert erreichen die neuen Windräder schon in zwei Jahren. "Ein Betrieb hätte sich wirtschaftlich nicht mehr gerechnet", sagt Pubantz, "und die Anlage hätte nicht mehr ohne Risiko produziert". Ein weiterer Vorteil der neuen: Vollwartungsverträge.

Am Ende rechnet der Geschäftsführer damit, dass den Bürgerwindpark der Abbau noch rund 30 000 Euro kostet, aber dafür hätten sie ja Rücklagen gebildet. Rücklagen der Bürger, denn die finanzieren die Anlagen. Neun Windräder waren es, sechs sind es nun noch. Für 2015 ist der Bau eines siebten geplant, für 5,4 Millionen Euro. "400.000 Euro fehlen uns noch", sagt Bürgerwindpark-Mitarbeiter Benjamin Friedle.