Stadtentwicklung Bürger reden ab jetzt bei der Haalplatzgestaltung mit

Schwäbisch Hall / Tobias Würth 12.04.2018
Mit einer Infoveranstaltung startet der Planungsprozess für den bisherigen Parkplatz am Kocher sowie für das Unterwöhrd.

An der Haalmauer und im Bereich der Außenbewirtung der Gaststätten tummeln sich die grünen Punkte. Im Bereich der Taxihaltestelle und auf dem Parkplatz sammeln sich rote Aufkleber. Nach der Präsentation des Planungsablaufs für die Umgestaltung des Haalplatzes heißt es, Farbe zu bekennen. Moderator Timo Buff fordert die rund 80 Zuhörer auf, an den Luftbildern ihre Lieblingsplätze  in Grün und weniger angenehme Ecken mit Rot zu markieren.

Die Stadtverwaltung präsentiert vorgestern das Bürgerbeteiligungsverfahren für die anvisierten Veränderungen auf Haalplatz und Unterwöhrd. „Meine Lieblingsplätze sind an der Haalmauer und bei der Gastronomie“, sagt Dieter Windmüller und klebt dort je einen grünen Aufkleber hin. Günter Gropper (77), der einen grünen Aufkleber aufs Grasbödele klebt, sagt: „Ich bin im Stadtseniorenrat. Da haben wir das diskutiert. Für ältere Menschen sind Parkplätze wichtig, um gut in die Innenstadt zu gelangen.“ Um eine bessere Aufenthaltsqualität zu schaffen, sei es  natürlich nötig, einige  Parkplätze zu reduzieren. „Toll wäre ein Weg an der Haalhalle  entlang bis zum Kocherquartier, den man zum Beispiel mit seinen Enkelkindern gehen kann.“ Er findet den jetzt angestoßenen Bürgerbeteiligungsprozess „ganz Spitze“.

Es sei  ein mehrschichtiges Planungsverfahren mit Bürgern, Stadträten, Verwaltungsmitarbeitern und Stadtplanern. Zwei externe Büros begleiten den Prozess. „Das ist  wichtig, um Neutralität zu gewährleisten“, sagt Baubürgermeister Peter Klink im Neubau. Bis zum Sommer werde in einem Arbeitskreis mit zwei Terminen, bei einem öffentlichen Plenum und im Gemeinderat das Wünschenswerte abgestimmt. Vor der  Sommerpause sollen genaue Anforderungen an den Planungswettbewerb formuliert werden, an dem sich 18 Büros beteiligen. „Die Planungshoheit behält der Gemeinderat“, sagt Klink. Der soll im Jahr 2019 die Ausführungsplanungen begleiten, sodass 2020 mit der Umgestaltung begonnen werden kann.

Der neue Haller Stadtplaner Christian Mathieu präsentiert die Ergebnisse eines  verwaltungsinternen Treffens, die mit einfließen könnten: Der Haalplatz soll weiterhin für Verkehr, Feste und Gastronomie genutzt werden können. Auf dem Unterwöhrd gelte es, den alten Baumbestand zu berücksichtigen. Sichtachsen zur Stadtsilhouette und eine Verbesserung von Fuß-  und Radwegen sollten aus  Sicht der Verwaltung mitberücksichtigt werden.

Tiefgarage kein Thema

Das Wort Tiefgarage – einst eine Idee der Verwaltung – fällt an dem Abend gar nicht. „Ich finde das größte  Potenzial hat der Kocher. Wie  wird mit dem Wasser umgegangen?“, sagt Stadtplaner Mathieu. Mit seinem noch recht jungen Blick auf Hall bringt der Ingenieur Sichtweisen ins Spiel, die bisher  nicht öffentlich geäußert wurden. Als „Theke der Stadt Hall“ bezeichnet er zum Beispiel die Haalmauer, auf der viele zur Mittagszeit ihr Essen abstellen. „Man kommt ins Schwelgen, wenn man sich klar macht, was auf dem Platz alles passieren könnte.“ Die  Ideensammlung soll möglichst breitgefächert sein.

Das regt einen Zuhörer an, die Grenzen auszuloten: „Ist das Globe gesetzt? Oder kann man das noch wegnehmen?“, fragt er. So weit gehe die Planungsfreiheit doch nicht, entgegnet Klink. „Im Moment geben wir ja alles dafür, dass Theater zu bauen.“

Workshop, Wettbewerb, Preisgericht

Zu dem Bürgerworkshop, der zweimal tagt, kann man sich bis zum Montag, 16. April, bewerben. Details auf: www.schwaebischhall.de. Der Arbeitskreis aus zwölf Bürgern und 16 Vertretern von Institutionen soll am 25. April und am 4. Juni einen Entwurf für einen städtebaulichen Wettbewerb erarbeiten. Die Ergebnisse werden bei einem für alle Bürger zugänglichen Forum am 5. Juli präsentiert und zur Diskussion gestellt. Der Gemeinderat soll sich noch vor der Sommerpause auf einen verbindlichen Start des Realisierungswettbewerbs einigen. Das Preisgericht, an dem ebenfalls zwei Bürger  beteiligt werden, tagt am 7. Dezember. Danach muss der Gemeinderat die Realisierungsplanung begleiten. Ab 2020 soll die Umgestaltung starten.    tob