Gelichzeitige Abstimmung Arbeiten Bühlertann und Bühlerzell zusammen?

Die Gemeinden Bühlerzell und Bühlertann möchten gerne auf Verwaltungsebene noch enger zusammen arbeiten als bisher. Bei nichtöffentlichen Sitzungen haben die beiden Gemeinderäte das Thema bereits vorberaten.
Die Gemeinden Bühlerzell und Bühlertann möchten gerne auf Verwaltungsebene noch enger zusammen arbeiten als bisher. Bei nichtöffentlichen Sitzungen haben die beiden Gemeinderäte das Thema bereits vorberaten. © Foto: Andrey Popov (Fotolia)
Bühlertann/Bühlerzell / Elisabeth Schweikert 31.07.2018
Bei Sondersitzungen stimmen morgen die Gemeinderäte  in Bühlertann und Bühlerzell gleichzeitig über  eine intensivere Zusammenarbeit der Kommunen ab.

Bühlertanns Bürgermeister ist bekannt dafür, dass er mit beiden Beinen auf dem Boden steht und keinesfalls zu Übertreibungen neigt. Umso stärker wiegt seine Aussage über die Abstimmungen, welche die beiden Gemeinderäte in Bühlertann und Bühlerzell am kommenden Mittwoch vornehmen werden. „Das wird ein historischer Tag“, sagt Michael Dambacher, „so oder so.“  Am Mittwoch tagen beide Gemeinderäte zeitgleich bei Sondersitzungen. Zur Abstimmung steht der Punkt „Interkommunale Zusammenarbeit zwischen Bühlertann und Bühlerzell“. Es wäre die erste Kooperation von zwei Gemeinden im Kreisgebiet in dieser Tiefe.

Vor einigen Jahren hatten bereits die Gemeinden Braunsbach und Untermünkheim einen entsprechenden Vorstoß unternommen. Aus mehreren Gründen zerschlug sich das Vorhaben. Jetzt also sind Bühlertann und Bühlerzell die Vorreiter. Anstoß für das Projekt gab die Umstellung des Haushaltsrechts von der kameralistischen Buchführung auf die Doppik.  Bewusst habe Bühlertann abgewartet und war nicht bei den ersten Kommunen dabei, umzustellen. Die Gemeinde wollte abwarten, bis die absehbaren Vereinfachungsregeln festgelegt sind, berichtet Dambacher im Gespräch mit dieser Zeitung.  Die Umstellung auf die andere Buchführung bringe Mehraufwand für beide Gemeinden. Hinzu komme, dass der bisherige Kämmerer Wolfgang Ziegler 2020 in Ruhestand gehe und vorhabe, zuvor noch ein Sabbatjahr zu nehmen. Ein weiterer Grund: In Bühlertann ist das Hauptamt personell unterbesetzt. Es soll eine weitere Stelle geschaffen werden.

Dies war die Ausgangslage. Deshalb wurde das Kommunalberatungsbüro Kurz aus Ebersbach an der Fils beauftragt, zu prüfen, ob eine interkommunale Zusammenarbeit sinnvoll ist.  Nach Ansicht von Dambacher und auch von Thomas Botschek, Bürgermeister in Bühlerzell, besteht kein Zweifel daran, dass die Kooperation sinnvoll ist. Botschek sagt: „Der große Vorteil, den wir in der Kooperation sehen, ist die Vertretungsregelung insbesondere im Bereich der Kämmerei, im technischen Bauamt und bei den Kläranlagen.  Wir erhoffen uns auch bessere Chancen bei der Gewinnung von Fachkräften und eine effizientere Sachbearbeitung durch einen größeren Spezialisierungsgrad der Mitarbeiter.“ Wie Botschek feststellt, hätten die Gemeinden durch die Einführung des neuen Haushaltsrechts das Fachpersonal im Bereich der Kämmerei  aufstocken müssen.  „Durch die Kooperation gehen wir davon aus, dass wir mit dem bestehenden Personal die Aufgaben erledigen können.“

Geplant ist Folgendes: Bühlertann stellt einen Kämmerer als Nachfolger von Wolfgang Ziegler ein. Dieser bleibt in Bühlertann angestellt, verlegt aber seinen Dienstsitz in die Kämmerei Bühlerzell, wo er als stellvertretender Kämmerer arbeitet. Im Gegenzug übernimmt  der Bauhof Bühlertann alle Aufgaben im Bereich Bauwesen und Tiefbau. „Die Synergieeffekte sind groß“, stellt Dambacher fest. Das beginne schon bei dann möglichen gemeinsamen Ausschreibungen – mit nur wenig Mehraufwand könnten beispielsweise Tiefbauarbeiten gemeinsam ausgeschrieben werden. Auch im Bereich der Qualifizierung und Spezialisierung profitierten die Gemeinden durch die Kooperation. Beispielsweise müsse jede Gemeinde Mitarbeiter qualifizieren, welche die Sicherheit der Spielplätze prüfen. Künftig mache das ein Mitarbeiter für beide Kommunen.  „Für die Bürger ändert sich nichts“, betont Bürgermeister Dambacher. Neben den Synergieeffekten gebe es auch Kostenersparnisse: allein 58 000 Euro für beide Gemeinden durch Einsparungen im Personalbereich.

Die Strukturdaten beider Gemeinden

Die Gemeinde Bühlerzell ist 50 Quadratkilometer groß. Dort leben aktuell zirka 2100 Bürger.  Bühlertann hat eine Fläche von 24 Quadratkilometern und 3060 Einwohner. Beide Gemeinden arbeiten bereits in mehreren Bereichen zusammen: Feuerwehr, Gewerbegebiet, beim Wasser- und Gemeindeverwaltungsverband und bei der Schulleitung.  sel

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