Rund vier Jahre nach seinem Tod ist der Name Roman Fuchs vielen Bühlertannern noch immer ein Begriff. Gemeinsam mit seiner Schwester Anna Fuchs lebte er im großen Anwesen in der Hettensberger Lindenstraße, das sich über viele Generationen in Familienbesitz befand. Der Landwirt galt als einer der besten Kenner der Bühlertanner Heimatgeschichte. Schon immer war er ein begeisterter Sammler geschichtsträchtiger Utensilien des Alltags und des täglichen Lebens aus seiner Familie und den Familien Bühlertanns. Sein kleines Museum hätte Roman Fuchs gern in guten Händen gewusst.

Weil sie keine Nachkommen hatten, stellte sich für die Fuchs-Geschwister schließlich die Frage: Was soll mit dem Besitz geschehen? „Beide waren tief im Glauben verwurzelt. Deshalb war es Roman Fuchs sehr wichtig, dass sein Vermögen ganz im Sinne karitativer Nächstenliebe verwendet wird“, sagt Kathrin Lehel vom Stiftungsmanagement der Caritas Heilbronn-Hohenlohe. Roman Fuchs habe 2013, drei Jahre vor seinem Tod, die „Urle-Geschwister Roman und Anna Fuchs-Stiftung“ gegründet und die Caritas beauftragt, die Stiftung zu verwalten, berichtet Lehel. Das aktuelle Stiftungskapital beträgt laut der Internetseite lebenswerk-zukunft.de 562.000 Euro.

Schwäbisch Hall

Caritas überlegt, wie der „Fuchs“ künftig genutzt werden könnte

Ganz im Sinne der Fuchs-Geschwister, ihr Erbe dem Gemeinwohl zugutekommen zu lassen, liest sich nun auch der Zweck der Stiftung. Ziel sei „die Förderung gemeinnütziger und mildtätiger Ziele von karitativer Arbeit im Sinne der Förderung des Wohlfahrtswesens sowie der Förderung der Jugend- und Altenhilfe in der Caritasregion Heilbronn-Hohenlohe“. Die Stiftung soll „insbesondere innovative Projekte und Vorhaben fördern, die zur Verbesserung der Pflege für alte Menschen und Menschen mit Behinderung im häuslichen Umfeld beitragen“.

Gefördert werden kann darüber hinaus die Unterstützung von Familien in Not, die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an Maßnahmen im kulturellen, sozialen und bildenden Bereich, die Integration von Randgruppen oder die inklusive Gestaltung und Umsetzung von Wohnformen für alte Menschen und Menschen mit Behinderung.

Mit diesen Vorgaben im Hintergrund hatte die Caritas für Ende Januar zu einem ersten Treffen in die frühere Gastwirtschaft eingeladen. Vertreter von Altenhilfe- und Jugendhilfeorganisationen sowie örtlichen Vereinen diskutierten, wie der Fuchs künftig genutzt werden könnte. Zuvor hatte die Caritas bei der Dualen Hochschule Heidenheim bereits eine Sozialraumanalyse für Hettensberg in Auftrag gegeben, die demnächst vorliegen soll.

Crailsheim

Ein Sozial- oder Jugendraum wäre denkbar

Von unserer ursprünglichen Idee, im „Fuchs“ eine stationäre Altenhilfeeinrichtung zu etablieren, sind wir bereits wieder abgekommen, sagt Kathrin Lehel. Das historische Gebäude erscheine dafür bei näherer Betrachtung ungeeignet. Wahrscheinlicher scheint nun, den früheren Gaststättenraum als Sozialraum für Vereine oder als Jugendraum zu nutzen. Einen solchen gibt es in Hettensberg bislang nicht. Denkbar scheint auch ein Umbau der Wohnungen im Obergeschoss als Übernachtungsmöglichkeit für Familien.

Da Roman Fuchs der Caritas nicht nur sein Anwesen, sondern auch landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Flächen vermachte, könnte auch der MSV Bühlertann profitieren. Die BMX-Abteilung habe bereits angefragt, ob sie auf den früheren Fuchs-Flächen aktiv werden könne, so Lehel. Weitere Treffen mit Diskussionen über die Zukunft des Fuchs-Vermächtnisses sollen demnächst folgen.

660 000 Mitarbeiter in Deutschland


Der Deutsche Caritasverband ist der Wohlfahrtsverband der Katholischen Kirche in Deutschland. Als Zusammenschluss von rund 6450 rechtlich eigenständigen Trägern mit rund 660 000 Mitarbeitern gilt der Verband als der größte privatrechtliche Arbeitgeber Deutschlands. Zusätzlich engagieren sich rund 500 000 ehrenamtliche Helfer in den Einrichtungen der Caritas.