Obersontheim/Bühlertann / Elisabeth Schweikert  Uhr
Die Bühlertalstraße ist gesperrt. Nach chaotischen Anfängen läuft die Umleitung durch Obersontheim meist rund. In Bühlertann wird deutlich zu schnell gefahren.

Große Baumaschinen haben in den vergangenen zwei Wochen auf der Bühlertalstraße ganze Arbeit geleitet. Dort wo bislang die Landesstraße 1060 verläuft, ist jetzt eine mehr als ein Meter tiefe, gut sieben Meter breite und einige Hundert Meter lange Schneise. Zunächst wurde im ersten Bauabschnitt beim Kreisverkehr bei Obersontheim der Asphalt abgefräst, dann der Schotter abgegraben. Wie ein Wall liegt der Schotter seitlich neben der früheren Fahrbahn. „In den nächsten Tagen legen wir Geotextil aus, eine Art Fleece, das den Boden stabilisiert“, berichtet Ralph Fernandes, stellvertretender Referatsleiter des Straßenbauamts des Regierungspräsidiums (RP), Außenstelle Ellwangen.

Trittner: „Besser als befürchtet“

Parallel werde teilweise ein neues Profil für die Entwässerung entlang der auf sieben Meter verbreiterten Fahrbahn gelegt. Anschließend werde der Schotter erst aufbereitet und dann wieder eingebracht. „Damit der Schotter tragfähig ist, braucht er eine bestimmte Körnung aus Fein- und Grobmaterial“, berichtet Fernandes. Das vorhandene Gesteinsmaterial müsse deshalb auf die Qualität untersucht und ergänzt werden. Vor Beginn der Bauarbeiten war die Umleitung kontrovers diskutiert worden. Wie sieht es jetzt, zwei Wochen nach Beginn aus?

Die Bühlertalstraße ist ab Montag zwischen dem Kärcher-Kreisel und Bühlertann gesperrt.

„Die Bauarbeiten haben ohne Probleme begonnen. Nach unserem Kenntnisstand funktioniert die vorgesehene Umleitungsstrecke über Obersontheim gut“, heißt es aus dem Regierungspräsidium. Die Zufahrt zum Betrieb Wanner Eis sei möglich. Wie das RP berichtet, wurde in den ersten Tagen nachgesteuert: Die Ampel an der Bühlerbrücke in Obersontheim wurde abgebaut, da es zu Rückstau kam. Dies bestätigt Siegfried Trittner, Bürgermeister von Obersontheim. Wie er sagt, „läuft es deutlich besser, als befürchtet“. Der Start sei indes etwas holprig verlaufen. „Am ersten Abend, am Montag, 29. April, löste die Umleitung ein Chaos aus. Vormittags war es noch ganz gut. Gegen Mittag wurde die Ampel in der Abzweigung zur Crailsheimer Straße installiert. Danach baute sich der Stau auf. Im Feierabend­verkehr benötigte man teilweise 30 Minuten, bis man durch Obersontheim durch war. Am Dienstag haben wir das Landratsamt gebeten, probeweise die Ampel außer Betrieb zu nehmen. Ohne Ampel läuft der Verkehr jetzt erheblich flüssiger.“

Auch ohne Ampel immer wieder Stau

Wie Trittner weiter erzählt, habe das Rathaus zudem vorgeschlagen, in der Gaildorfer Straße die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen. Er betont: „Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt war sehr konstruktiv.“ Doch auch, wenn die Situation besser ist als befürchtet, gebe es deutliche Belastungen für die Bürger in Obersontheim: Das hohe Verkehrsaufkommen führe dazu, dass sich der Verkehr immer wieder staut, vor allem, wenn sich etwa an der Schlossmauer zwei Lkw begegnen. „Die Fußgänger müssen teilweise viel Geduld aufbringen und warten, bis sie die Straße queren können.“ Auch das Einmünden in die Hauptstraße koste Zeit.

Dambacher: „Viele rasen“

In Bühlertann hat sich der Verkehr auf der Straße nach Obersontheim seit der Umleitung vervierfacht. Die Zahl der Verkehrsteilnehmer pro Woche stieg von 14.000 auf mehr als 50.000 Fahrzeuge, berichtet Bürgermeister Michael Dambacher. Zudem sei der Anteil an Schwerlastverkehr sehr hoch. Dambacher will mit diesen Verkehrszahlen und den Daten aus der Geschwindigkeitsmessung nochmals auf das Landratsamt zugehen. „Im Schnitt haben wir auf der Straße nach Obersontheim eine Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde – mit allerlei Spitzen.“ Mit diesen Zahlen hofft Dambacher, für die Anwohner der Eierbachsiedlung eine Verbesserung zu erreichen. Bislang gibt es für die dortigen 13, 14 Schüler keine Querungshilfe. Morgens, während der Hauptverkehrszeit müssen die Kinder die Straße queren – ohne einen gesicherten Übergang wie einen Zebrastreifen oder eine Ampel.

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