Maschinenbau Breitner plant den Umzug

Volker Breitner (rechts) erklärt Ruth Striebel, Rüdiger Schorpp, Peter Klink, Hermann-Josef Pelgrim, Martin Lindner, Friedrich Bay und Klaus Lindenmeyer die Abläufe im Unternehmen Breitner. Auf dem Foto fehlen Andrea Herrmann und Helmut Kaiser.
Volker Breitner (rechts) erklärt Ruth Striebel, Rüdiger Schorpp, Peter Klink, Hermann-Josef Pelgrim, Martin Lindner, Friedrich Bay und Klaus Lindenmeyer die Abläufe im Unternehmen Breitner. Auf dem Foto fehlen Andrea Herrmann und Helmut Kaiser. © Foto: ht
Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 14.07.2018

Im Konferenzzimmer der Breitner Abfüllmaschinen GmbH wird es eng, als am Donnerstagnachmittag der Haller Wirtschaftsförderungsausschuss zu Besuch ist. „So knapp ist der Platz bei uns überall. Wir platzen aus allen Nähten“, macht Mitgeschäftsführer und Gesellschafter Volker Breitner deutlich. Er führt das Unternehmen, das seinen Sitz in der Daimlerstraße aufgeben will, zusammen mit seinem Bruder Achim in der vierten Generation. Ihr Urgroßvater Gottlob hat 1913 einen ersten Abfüllapparat gebaut. Das Unternehmen, wie man es heute kennt, haben die Großeltern Hans und Gisela Breitner 1961 gegründet. „Aber was wir heute hier sehen, ist in erster Linie auf unseren Vater Hans-Joachim Breitner zurückzuführen“, macht Volker Breitner deutlich.

Flüssiges in Behälter

Das Grundstück, das Breitner für einen Neubau im Visier hat, ist im Gewerbepark West, nahe der Haller Haftanstalt. Dort stehen rund 19 000 Quadratmeter Grundstücksfläche zur Verfügung, in der Daimlerstraße sind es 11 000. Zweimal wurde am alten Standort im Lauf der Jahrzehnte schon erweitert. Ein nochmaliger Anbau sei im Prinzip möglich, würde die Betriebsabläufe aber zusätzlich erschweren.

Breitner ist darauf spezialisiert, Maschinen herzustellen, mit denen flüssige Produkte in Behälter abgefüllt werden. Rund 45 Prozent des Umsatzes entfällt auf Abfülllinien für die Lebensmittelindustrie. Sie nutzt Breitner-Maschinen, um Ketchup, Mayonnaise, Salatdressing und Honig in Behälter zu füllen. Auch wenn es darum geht, Haushaltschemie, Motoröle, Pflanzenschutz oder Dünger abzufüllen, sind die Haller für viele Unternehmen erste Wahl.

Die Breitner Abfüllmaschinen GmbH beschäftigt 103 Mitarbeiter. Der Umsatz lag 2017 bei 11,5 Millionen Euro. Volker Breitner macht keinen Hehl daraus, dass dies nicht zufriedenstellend ist. Dieser erkläre sich durch eine Software-Umstellung. 2016 erwirtschaftete Breitner 14,2, im Jahr davor 16 Millionen Euro. 2018 scheint wieder auf 16 Millionen Euro hinauszulaufen. Knapp mehr als die Hälfte des Umsatzes macht Breitner in Deutschland. Von den geopolitischen Unruhen, verursacht durch den Brexit und US-Präsident Trump, ist das Haller Unternehmen wenig betroffen.

Ganz schwierig sei es für den Spezialmaschinenbauer, dringend benötigte Mitarbeiter zu finden. Der Mangel wirke sich sogar auf die Geschäftsentwicklung aus. Zu schaffen gemacht habe es Breitner, dass einige sehr erfahrene Mitarbeiter die Gelegenheit genutzt und die Rente mit 63 in Anspruch genommen haben.

Hohe Fertigungstiefe

Ein Merkmal des Unternehmens sei die große Fertigungstiefe. „80 Prozent der Fertigungsteile machen wir selbst“, erklärt Volker Breitner dem Ausschuss, dem neben Oberbürgermeister Pelgrim auch der Erste Bürgermeister Peter Klink, Wirtschaftsförderer Klaus Lindenmeyer sowie einige Gemeinderatsmitglieder angehören. Breitner macht auch deutlich, dass der Service ein wichtiger Punkt sei. Im Unternehmen gelte das Patenprinzip. „Der Mitarbeiter, der die Maschine baut, übernimmt auch den Service dafür“, macht Breitner deutlich.

Am neuen Standort neben dem Gefängnis soll erst dann mit dem Bau begonnen werden, wenn der alte Standort verkauft ist. Erste Interessenten seien mehrere Unternehmen aus der Nachbarschaft. Das neue Gebäude soll rund 50 Prozent größer sein als das bisherige.

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Millionen Euro will Breitner am neuen Standort investieren.

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