Wer durch das Döttinger Tor fährt, kann durchaus kurz irritiert sein: Im Schaufenster des danebenstehenden ehemaligen Autohauses steht in metergroßen Lettern in Frakturschrift geschrieben: Feuerwehr Braunsbach. Man könnte meinen, es sei ein Aprilscherz, mit dem die Feuerwehr auf die ganz offensichtlich desolate Unterbringung hinweist. Doch das ist es nicht, es soll einfach nur ein Hingucker sein, ergibt das Gespräch mit den Kommandanten der Wehr. Denn: Die Feuerwehr ist mit dem derzeitigen Interimsquartier in dem ehemaligen Autohaus durchaus zufrieden. Noch dazu weil klar ist, dass sie – so alles wie geplant läuft – am Jahresende ihr neues Domizil beziehen kann.

Harsch lobt Landesförderung

Die formalen Voraussetzungen dafür stehen, auch die Finanzierung des Neubaus am alten Standort in der Orlacher Straße ist so gut wie in trockenen Tüchern. Am Mittwoch überbrachte Regierungspräsident Wolfgang Reimer die zweite Hälfte der insgesamt 650.000 Euro aus den Sondermitteln. Voll des Lobes ist denn auch Bürgermeister Frank Harsch, denn ohne die vielschichtige Förderung durch das Land wäre der Wiederaufbau des Dorfes so nicht möglich gewesen. Nach tagelangem Regen kam es infolge von Starkregen am Abend des 29. Mai 2016 zu einer Sturzflut, die starke Schäden verursacht hatte.

Wolfgang Reimer erinnert sich noch gut daran, wie es damals aussah. Er hatte den Wiederaufbau seinerzeit zur Chefsache erklärt und auch dafür gesorgt, dass sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit eigenen Augen das Ausmaß ansah. Das überzeugte Kretschmann, daraufhin gab es den Sonderfonds, plaudert Reimer aus dem Nähkästchen. Aus zahlreichen Fördertöpfen des Landes sind inzwischen 37 Millionen Euro nach Braunsbach überwiesen worden. „Hier war Not, das Land hat schnell reagiert“, sagt Reimer stolz. „Alles neu“, staunt er beim Dorfspaziergang.

Zu Reimers Besuch waren mehrere Führungskräfte der Braunsbacher Feuerwehr gekommen. Sie schildern, unter welchen beengten Verhältnissen sie bisher gearbeitet hatten. „Seither musste man sich im Feuerwehrmagazin umziehen“, berichtet Tobias Eberlein, stellvertretender Kommandant. Architekt Siegfried Kienle erläutert die Nutzung des Neubaus. Künftig wird es auch einen Schulungsraum geben sowie Platz für die Jugendfeuerwehr.

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Braunsbach

Zur Finanzierung des Neubaus trägt das Land viel bei


Die Gesamtkosten für den Neubau des Feuerwehrmagazins an der Orlacher Straße betragen 1,66 Millionen Euro. Die Versicherung übernimmt rund 159 000 Euro. Zuschüsse kommen von der Fachförderung für das Feuerwehrwesen (218 750 Euro) sowie aus dem Fördertopf „Sondermittel Feuerwehrwesen“ (650 000 Euro). Aus den Sondermitteln Feuerwehr sind bereits 325 000 Euro im vergangenen Jahr bewilligt worden. Grünes Licht für die gleiche Summe
gab Reimer jetzt mit der Übergabe des Förderbescheids. Nun hofft Braunsbach noch auf 415 000 Euro, die aus dem Ausgleichstock kommen sollen. Die Gemeinde Braunsbach muss damit lediglich 220 850 Euro an eigenem Geld aufbringen. sel