Schwäbisch Hall Brandursache im Heimbacher Hof: technischer Defekt

Der Bauunternehmer Hermann Fischer stapelt die vom Brand verschonten Sandsteine mit seinem Bagger. Das Foto entstand Ende Juli. Mittlerweile ist die Brandruine verschwunden.
Der Bauunternehmer Hermann Fischer stapelt die vom Brand verschonten Sandsteine mit seinem Bagger. Das Foto entstand Ende Juli. Mittlerweile ist die Brandruine verschwunden. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 11.07.2018
Alle Sommerfreizeiten finden trotz des Feuers im Mai in der städtischen Freizeiteinrichtung in Hall statt. Ein Problem in einem Schaltkasten wird als Brandursache genannt.

Bitte nicht betreten, damit der neu angesäte Rasen auch was wird“, steht auf dem Schild, das am Bauzaun hängt. Doch wer auf das abgesperrte Areal blickt, sieht keinen frischen Rasen, sondern die Reste der Brandruine. Das Schild erinnert an bessere Zeiten, die der Heimbacher Hof erlebt hat.

Am 11. Mai steht die Spielscheune der städtischen Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche in Flammen. Innerhalb kürzester Zeit brennt das historische Gebäude nieder. „Auch wenn viel Herzblut verbrannt ist, sind wir glücklich, dass beim Brand niemand verletzt wurde“, steht handschriftlich auf einem Schild, das an einer Tür hängt.

Die Brandursache sei wohl ein technischer Defekt in einem Schaltkasten, berichtet Blinzinger. Noch sei das aber nicht schriftlich bestätigt worden. Auch das Geld von den Versicherungen, 620.000 Euro fürs Haus und rund 120.000 Euro für die Inneneinrichtung, sei noch nicht da. Es gingen aber viele Sachspenden ein und es kamen 10.930 Euro an Geldspenden zusammen.

Im vergangenen Monat wurde die Brandruine abgetragen. Hermann Fischer saß in einem riesigen Bagger und sortierte mit der Schaufel die Sandteine. Er machte das so filigran, als sei die große Schaufel seine eigene Hand und die zentnerschweren Steine nur Spielzeug. Staub und Dreck färbten sein Gesicht schwarz. „Das muss man alles trennen“, rief er. Metall kam in einen Container, Plastik in den anderen und der Restmüll auf die  Ladefläche des Lastwagens.

Während die Brandruine abgetragen wurde, blieb auch der für den Heimbacher Hof zuständige Fachbereich in der Verwaltung nicht untätig. „Alle Angebote in den Sommerferien finden statt“, betont Fachbereichsleiter Edgar Blinzinger. Nur die offene Werkstatt (einmal pro Woche) und der offene Treff am Samstag (einmal im Monat) fallen aus. Bei diesen Angeboten sei man zu sehr auf die Werkstätten angewiesen, die Opfer der Flammen wurden.

Selbst an Pfingsten, kurz nach dem Feuer, musste kein Programmpunkt abgesagt werden. „Die Mitarbeiter haben danach gesagt: Gut, dass wir es gemacht haben. Viele Kinder waren nach dem Branderlebnis von der Rolle. Sie konnten bei den Freizeiten das Erlebte gut reflektieren und aufarbeiten“, meint Blinzinger. Einige Kinder hätten dabei bereits Pläne für den Wiederaufbau gezeichnet.

„Für den 12. Juli haben wir ausgesuchte Teilnehmer zu einem Workshop eingeladen“, sagt Blinzinger. Er will Ideen erhalten, um den Wiederaufbau zu planen. Es geht um einen Blick auf die gesamte Anordnung der Angebote: Sei es so geschickt, dass die Halfpipe und die Kletterwand, die nicht vom Feuer betroffen waren, in ungeheizten Hallen untergebracht sind?

An der Grundkonzeption des Heimbacher Hofs als städtische Freizeiteinrichtung sei nicht zu rütteln. Blinzinger: „Der hat zuletzt einen ganz fantastischen Zulauf. Da muss man weit gehen, um so einen Schatz zu finden.“ Daher werde 2018 geplant, es würden im ersten Quartal 2019 die Arbeiten vergeben und eventuell im Herbst 2019 losgebaut.

Bis dahin sind Zwischenlösungen gefragt. Die ehemaligen Büromodule, in denen jahrelang Mitarbeiter des Werkhofs untergebracht waren, werden aufgebaut. „Dazu benötigen auch wir eine Baugenehmigung“, sagt Blinzinger. Das Provisorium soll im Vorgarten, also zwischen Diskogebäude und Heimbacher Dorfstraße, aufgestellt werden. Grund: Im hinteren Bereich soll Platz für den Neubau bleiben.

Ein Seitengebäude der Scheune überlebte den Brand. Dieser ehemalige Stall soll so verstärkt werden, sodass er benutzt werden kann. Blinzinger dämpft aber die Hoffnung auf einen Wiederaufbau: „Es wird aus meiner Sicht 2021, bis alles steht.“

Schraubstock erwünscht, Kronkorken nicht

Die Menge des angelieferten Materials war überragend, berichtet der Heimbacher Hof über den ersten Tag, an dem Sachspenden angenommen wurden. Bereits jetzt bitten die Mitarbeiter darum, an den nächsten Terminen keine Korken, Marmeladengläser oder Kronkorken mehr abzugeben. Benötigt werden aber weiterhin jede Menge Wachsreste, Einmachgläser, Schuhkartons, Leder (auch Reste), Flaschen aus Klarglas; aber auch nicht mehr benötigte Schraubstöcke für den Werkstattbereich. Sachspenden können immer donnerstags zwischen 16 und 19 Uhr oder freitags zwischen 10 und 12 Uhr abgegeben werden.

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