Jahresabschluss Bott erholt sich

Das Servicefahrzeug hält vor der Werkstatt. Bott bietet Einrichtungen an, die sowohl mobil als auch stationär eingesetzt werden können.
Das Servicefahrzeug hält vor der Werkstatt. Bott bietet Einrichtungen an, die sowohl mobil als auch stationär eingesetzt werden können. © Foto: Firmenfoto: Bott
Gaildorf / Jürgen Stegmaier 12.02.2019

Welches Botts erfolgreichstes Produkt ist, lässt sich nicht sagen. Denn die Einrichtungen für Werkstätten und Fahrzeuge sind flexibel und meist genau auf Kundenwünsche angepasst. „Es kann sein, dass wir eine Flotte mit 1000 Fahrzeugen ausrüsten, und jedes ist anders“, macht Bott-Pressesprecher Axel Theurer deutlich. Ein Elektroinstallateur hat andere Anforderungen an die Einrichtung seines Servicefahrzeugs als ein Klempner oder Heizungsbauer. Bott arbeitet mit standardisierten Modulen, diese lassen sich innerhalb der Baugruppen für die individuellen Anforderungen zusammenfügen. Bott verspricht seinen Kunden effizientes Arbeiten, eine optimale Nutzung des Stauraums sowie hohe Ladungssicherheit.

Der Bereich Fahrzeugeinrichtungen dominiert das Geschäft von Bott. Rund 75 Prozent des Umsatzes entfallen darauf. Die Hälfte dieses Anteils macht die Einrichtung von Flottenfahrzeugen aus. Die andere Hälfte entfällt auf das Handwerk.

Für das Jahr 2018 meldet Bott dieser Tage einen neuen Rekordumsatz. Die Unternehmensgruppe Bott Verwaltungsgesellschaft mbH, die ihren Sitz in Gaildorf hat, erwirtschaftete 136 Millionen Euro. Das sind 11 Prozent mehr als 2017. Von 2016 auf 2017 war der Umsatz allerdings deutlich zurückgegangen – von 132 auf etwa 123 Millionen Euro. Schon in den Jahren der Finanzkrise hatte Bott zurückschrauben müssen: Von 2008 auf 2009 hatte sich der Umsatz von 79 auf 57 Millionen Euro verringert.

Wie hoch der Gewinn ist, behält Bott für sich. Die Unternehmensleitung macht allenfalls in ihrem Ausblick im Geschäftsbericht 2017 für die ersten vier Monate  des Jahres 2018 deutlich, dass Umsatz und Ergebnis über denen des Vorjahrs liegen.

Für das Geschäft im Jahr 2018 war der Auftritt Botts auf der IAA (Internationale Automobilausstellung) Nutzfahrzeuge im September ein Meilenstein, schreibt das Unternehmen. Er könne als „elementarer Gradmesser für die Positionierung des Unternehmens im Markt“ gewertet werden. Bott konnte nach eigenen Angaben bestehende und potenzielle Kunden überzeugen.

Die Bott-Gruppe beschäftigt insgesamt rund 950 Mitarbeiter. Diese Zahl sei in den zurückliegenden Jahren konstant geblieben. Geführt wird die Unternehmensgruppe von Jan Willem Jongert (Sprecher) und Clive R. Woodward.

 

89

Jahre ist das Unternehmen Bott alt. Gegründet wurde es 1930 von Wilhelm Bott in einer Mühle nahe Gaildorf. Eine mechanische Werkstätte gilt als die Keimzelle des Betriebs.

Keine Sorge vor dem Brexit

Bott fertigt auch in England, im Ort Bude. Einem möglichen Brexit sieht das Unternehmen gelassen entgegen. Neben den Werken in Gaildorf sowie in Bude gibt es auch noch einen Produktionsstandort in Tarnazsadany in Ungarn. Diese Aufstellung macht das Unternehmen zuversichtlich, was die Folgen eines möglichen Ausstiegs der Briten aus der EU anbetrifft. In die Karten sehen lässt sich Bott nicht, doch macht der Pressesprecher deutlich, dass die Kapazitäten der einzelnen Standorte entsprechend verändert werden könnten, falls Lieferungen infolge eines Brexits von oder nach Großbritannien erschwert oder kostspielig werden.

Zwei Drittel seiner Produkte verkauft Bott ins Ausland. Die Vertriebsgesellschaft in Frankreich (Bott SAS) wurde 1976 gegründet, 1980 beteiligte sich Bott an einer Produktion von Lochwandsystemen, Werkbänken und Lagerschränken in Bude (Großbritannien). Inzwischen heißt dieses Unternehmen Bott Ltd. Seit 1984 betreiben die Gaildorfer eine Vertriebsgesellschaft in Italien, die Bott Slr. Die Bott Hungaria Bft kam 1996 zu dem Konzern. Sie hat ihren Sitz im ungarischen Tarazsadany. Danach kamen weitere Verkaufsniederlassungen in Schottland, Dänemark und der Schweiz hinzu. Seit 2008 ist das Gaildorfer Unternehmen auch im australischen Norwood aktiv.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2018 entwickelten sich die Bott-Gesellschaften laut Ausblick im Geschäftsbericht 2017 unterschiedlich. Rückschlüsse auf das Gesamtjahr lassen sich daraus nur bedingt ziehen. In Dänemark betrug das Plus zwischen Januar und April 2018 gegenüber Vorjahr und Plan 50 Prozent, in Österreich 34 Prozent, in Frankreich 29 Prozent. In Gaildorf, bei der Bott GmbH und Co. KG, legte der Umsatz um 20 Prozent zu, in Ungarn um 15 Prozent. Dagegen gingen die Umsätze in England (8 Prozent) und Italien (6) zurück. just

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