Crailsheimer Maschinenbau: Blick auf die Zukunft

Crailsheimer / Von Heribert Lohr 31.07.2018
Der Treffpunkt vom Maschinenbauern in der Region entwickelt sich zunehmend zum einem Informationsaustausch über Trends, Innovationen und Anforderungen um die Wettbewerbsfähigkeit abzusichern.

Die Symbolik war mit Händen zu greifen. Auf den Bildschirmen flimmerte „Moderne Zeiten“ mit Charlie Chaplin aus dem Jahre 1936. Im gleichen Jahr wurde der Veranstaltungsort „Hangar – die Eventlocation“ in Crailsheim errichtet. 2018 hatte das Firmennetzwerk Nexel dort seine Partnerbetriebe zu einer gleichsam anspruchsvollen wie exklusiven Zusammenkunft geladen.

Zentraler Bestandteil in der historischen Flugzeughalle auf dem einstigen Crailsheimer Militärgelände ist der „direkte Austausch“ zwischen den 240 Zulieferfirmen, die dem Netzwerk heute angehören. Das Miteinander lohnt sich, denn mittlerweile zählen die Mitgliederfirmen jährlich untereinander rund 1200 Kontakte. Dabei geht es auch darum, die Volumina zu erweitern. „Dazu“, weiß der frühere Qesar-Geschäftsführer Jochen Latz, „ist wichtig, dass man sich kennt und über grundsätzliche Entwicklungen spricht.“

„Wir haben uns in den vergangenen Jahren von einer Einkaufsgemeinschaft zu einem Netzwerk entwickelt, das Lösungen sucht und erarbeitet, die uns alle schneller, effizienter und besser machen“, erläuterte Bernd Hansen (Foto), in seiner Begrüßung die strategische Ausrichtung des Verbunds. Der geschäftsführende Gesellschafter der  Rommelag-­Gruppe in Sulzbach-Laufen: „Wir wollen weg von der Einkauf-Verkauf-Situation und das Symposium dahingehend entwickeln, dass es ein Treffpunkt ist, um Dienstleistungen und Know-how auszutauschen.“

Das Symposium war in seiner zweiten Auflage wieder eine Mischung aus der Betrachtung von Best-Practice-Kooperation von Partnern und übergreifenden Trends. Moderne Zeiten 2018, das bedeutet heute vor allem digitale Transformation. Die Teilnehmer beschäftigten sich unter anderem mit der praktischen Umsetzung von „smart production“, digitalem Marketing oder moderner Personalarbeit.

Zentraler Teil der Betrachtungen in Crailsheim war der Vortrag von Professor Dr. Klemens Skibicki unter dem Titel „Den digitalen Strukturwandel managen – mehr Kopfsache als Technik“. Für den Darmstädter Wirtschaftshistoriker vollzieht sich derzeit „die größte Senkung der Transformationskosten in der Geschichte der Menschheit“ mit der Folge, dass „lineare Wertschöpfungsketten keine Überlebenschance haben“.

Skibicki: „Rockefeller wurde nicht reich, weil er Erdöl verkaufte, sondern weil er Öllampen verschenkte.“ Sein Credo: „Wer künftig erfolgreich sein will, verkauft keine Maschinen, sondern Nutzen.“

500

Millionen Euro betrug zuletzt das Beschaffungsvolumen der 26 deutschen Unternehmen des Maschinen- und Anlagebaus, die sich in dem Einkaufs- und Firmenverbund Qesar zusammengeschlossen haben. Die Mitgliedsfirmen beschäftigen über 12.000 Mitarbeiter und stellen jährlich über 4200 Maschinen her.

Die Netzwerke Qesar und Nexel

Zusammenarbeit Um  günstigere Konditionen zu erzielen, initiierte eine Gruppe führender Maschinenbauer im Jahr 2003 einen gemeinsamen Einkaufsverbund. Betreut und gemanagt wird das Netzwerk von der Qesar GmbH aus Bensheim. Das Netzwerk Qesar besteht heute aus  26 Poolpartnern mit 29 Tochterunternehmen, die in 86 Ländern mit 359 Niederlassungen vertreten sind.

Entwicklung Aus dem Verbund ging das Beschaffungsnetzwerk „Nexel – Netzwerk exzellenter Lieferanten“ hervor, dem heute 240 Betriebe angehören. Dazu gehören auch Unternehmen aus der Region wie Lavatec (Laufen), Illig (Heilbronn), Optima (Schwäbisch Hall), Schubert (Crailsheim), Ho-Ma (Ilshofen), Wittenstein (Igersheim), Rommelag (Sulzbach-Laufen), HPT (Untermünkheim), EKM (Gera­bronn), Franz & Wach (Crailsheim), Rockwell Automation (Langenburg) und Würth (Künzelsau).

Verbunden In dem geschlossenen Netzwerk werden gemeinsame Projekte zwischen Maschinen- und Anlagenbauern und deren empfohlenen Zulieferern gelistet. Diese betreffen unterschiedlichste Bereiche wie Konstruktion, Produktion, Marketing, Service, Administration oder auch das  Management.

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