Ilshofen Neuer Bürgermeister Blessing ist „überwältigt“

Ilshofen / Elisabeth Schweikert 05.02.2018
42,66 Prozent für Kristina Nolde. Sie wertet Ergebnis als „keine persönliche Niederlage“. Mehr als 250 Bürger verfolgen die Bekanntgabe der Auszählungen.

Die Kandidaten scheinen bereits zu ahnen, wie die Wahl ausgehen wird: 15 Minuten vor Bekanntgabe der Ergebnisse stehen Martin und Florentine Blessing ins Gespräch  mitten unter den Bürgern. Kristina Nolde und ihr Partner Patrick Appelt dagegen warten am Rand der dicht gedrängten Masse, die sich für die Bekanntgabe des Wahlergebnisses im Rathausfoyer eingefunden hat. Mehr als 250 Bürger drängen sich im Foyer. Als der Musikzug der Feuerwehr mit rhythmischem Trommelschlag einzieht, wird es noch enger, die Bürger klatschen.

Schließlich ergreift Bürgermeister Roland Wurmthaler das Wort. Er macht es spannend, bedankt sich bei den Wählern, auch für den „super-guten Besuch“ der beiden großen Wahlveranstaltungen in der vergangenen Woche. Schließlich gibt er die ersten Zahlen bekannt. Von den 5440 Wahlberechtigten hatten 3193 Bürger ihr Recht in Anspruch genommen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 63,3 Prozent. „Oh“ und „Das ist gut“, kommentieren Bürger das Ergebnis. Das ist es in der Tat: Bei der Bürgermeisterwahl in Gerabronn waren vergangenes Jahr 58,8 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne gegangen, in Bühlerzell waren es 61 Prozent, in Kirchberg 59 Prozent beim ersten Wahlgang, beim zweiten nur noch 52 Prozent.

Wurmthaler gibt die ersten Ergebnisse bekannt, während die Bürger unruhig von einem Bein aufs andere treten. Zehn Stimmen seien ungültig ausgefüllt worden – eine relativ geringe Zahl. Ebenso niedrig sind die Wahlerfolge von Jürgen Rogowski und Friedhild Miller: fünf und 11 Stimmen.

Mit herzlichem Lachen quittieren die Ilshofener diese Ergebnisse. Als Wurmtaler als nächstes die Ergebnisse von Kristina Nolde ankündigt, ist klar, wer der Sieger ist. Die Kämmerin der Stadt Waldenburg hat 1358 Bürger von sich überzeugt, das sind 42,66 Prozent der Stimmen.

Große Freude bei Martin und Florentine Blessing, als Wurmthaler sagt: „1760 Stimmen für Martin Blessing, das sind 55,29 Prozent. Unser neuer Bürgermeister ist Martin Blessing. Sie werden die Chance haben, in Ilshofen viel zu bewegen,“ die Strukturen und die Finanzen gäben das her. Das Paar umarmt sich. Kristina Nolde und ihr Partner Patrick Appelt klatschen mit den übrigen Ilshofenern anerkennend Beifall.

Wann die Amtseinführung Blessings ist, stehe noch nicht fest, berichtet Wurmthaler. Bis zum 3. April sei er noch im Amt „und gehe Ihnen bis dahin noch ein bisschen auf den Keks“.  „Vielen herzlichen Dank für Ihre Kandidatur“, sagt Wurmthaler an Kristina Nolde gerichtet, „nehmen Sie’s nicht tragisch“. Er sei sich sicher, dass sie das Amt des Bürgermeisters ausfüllen könne, machte er ihr Mut, es andernorts nochmal zu versuchen.

Während der Musikzug ein weiteres Stück anstimmte, wurden Sektgläser gereicht, kommen Gratulanten auf Martin Blessing zu. „Ich bin überwältigt“, sucht er freudestrahlend nach den richtigen Worten. „Ich freue mich riesig auf meine Aufgaben.“ Er bedanke sich bei allen seinen Wählern, und „ich spreche eine Einladung an alle Nichtwähler aus, dass sie gemeinsam mit mir die Dinge angehen“.

„Ich nehme das Wahlergebnis positiv zur Kenntnis“, sagt Kristina Nolde. „Ich habe in den vergangenen Wochen viele gute Gespräche geführt, viel dazu gelernt und neue Freundschaften geschlossen. Das Wahlergebnis ist für mich keine persönliche Niederlage.“ Sie plane keine weitere Kandidatur, „ich hatte mich bewusst für die Stadt Ilshofen entschieden.“

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