Langenburg Bis ans Ende des Griffbretts

Der erst elfjährige Haymon Haffner ist einer der Solisten im Concertino-Ensemble. Er zeigt beim Konzert im Langenburger Schloss hervorragendes technisches Können.
Der erst elfjährige Haymon Haffner ist einer der Solisten im Concertino-Ensemble. Er zeigt beim Konzert im Langenburger Schloss hervorragendes technisches Können. © Foto: Ralf Snurawa
Langenburg / Ralf Snurwawa 24.07.2018
Ganz den Werken Niccolò Paganinis war das Hohenloher-Kultursommer-Konzert des Concertino-Ensembles im Barocksaal des Langenburger Schlosses gewidmet.

Zurückhaltend, ja, fast schlicht eröffnete Eva-Maria Wagner das Kultursommer-Konzert am Sonntagabend ohne große virtuose Momente mit dem D-Dur-Cantabile op. 17 für Violine und Klavier. Schön gestaltet brachte sie, dabei von Liga Skride auf dem Klavier begleitet, den gesanglich großen, eher opernhaften Ton zum Klingen.

Polina Elena Munteanu folgte mit einer Elegie aus Gioachino Rossinis „Péchés de vieillesse“. „Un mot à Paganini“, so der Titel des Stücks, wirkte nach düsterem Vorantasten vor allem in Skrides Klavierspiel als frei schwingende und hell getönte Opernmelodie. Der hatte Rossini als Nachklänge typische virtuose Paganini-Figuren hinzugefügt. Dabei war die junge Violinspielerin besonders gefordert.

Die A-Dur-Sonate des Violinvirtuosen gab dann Haymon Haffner mit hervorragendem technischem Können wieder. In der aus einem Variationensatz bestehenden Sonate stellte der elfjährige Jungstudent dem souverän gespielten großen Gesangston auf der tiefen G-Saite mit der linken Hand gezupfte Töne gegenüber, gefolgt von rasend schnellen Läufen und nicht minder schnell zu spielenden, auf alle vier Saiten verteilten Akkordtönen.

Dies wurde nur noch von zwei Kompositionen überhöht: Zum einen „Le Streghe“, den Adriana Gabrian mit Streichquartettbegleitung zu einem Klangerlebnis werden ließ. Gekonnt stellte sie die schwierigsten technischen Anforderungen in schneller Abfolge in den Dienst der Komposition. Flageolett-Pfeifen wurde da etwa mit Zupf- und Springbogenexplosionen konfrontiert.

Zum anderen war dies der Finalsatz aus Paganinis zweitem Violinkonzert, der den Beinamen „La campanella“ (Das Glöckchen) erhalten hat. In einer Klaviertriofassung glänzte hier Federico Mechelli-Uhl mit espritvollem Spiel. Konzentriert ging er die komplexen Griffe der zweistimmigen Passagen an, die bis in Flageolettbereiche gingen, und verlieh ihnen auch Schmelz. Belohnt wurde er mit zahlreichen Bravorufen. Zuvor hatte er sich in ähnlicher Weise mit der siebten Caprice Paganinis auseinandergesetzt. Sperrige Griffe trafen da auf rasante Läufe bis ans Ende des Griffbretts. Triller in höchster Lage und Springbogenfiguren meisterte Kamelja Dukova in der neunten Caprice, wobei sie gesangliche Momente schön unterstrich.

Yuta Kobayshi hob die Melodietöne aus den schnellen Akkordbrechungen in der ersten Caprice schön hervor, während Adriana Gabrian in der 23. Caprice hohe und tiefe Töne in schneller Abfolge hervorbrachte und dramatisch aufgewühlte Figurationen folgen ließ.

Höhepunkt des Konzertes aber war das E-Dur-Streichquartett Paganinis. Bratschist Aleksandar Jordanovski und Violinspieler Radu Barabancea ließen den Eingangssatz zum sinnlichen Saitengesang werden, während Cellistin Yi-Zhu Wang die gezupften Abschnitte im Menuettsatz mit klanglicher Wärme anreicherte.

Mit Hingabe ließ Radu Barabancea zusammen mit Alvar Ceamanos den arienhaften langsamen Satz folgen, der in einen für die erste Violine virtuos gehaltenen Schlusssatz mündete. Dafür gab es lang anhaltenden Beifall des begeisterten Publikums.

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