Sicherheit Bewegtes Jahr für Haller Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Schwäbisch Hall hat im vergangenen Jahr wieder viele Einsätze unterschiedlichster Art abarbeiten müssen. Gefragt war die Mannschaft beispielsweise bei einem Gefahrguteinsatz auf der A6.
Die Freiwillige Feuerwehr Schwäbisch Hall hat im vergangenen Jahr wieder viele Einsätze unterschiedlichster Art abarbeiten müssen. Gefragt war die Mannschaft beispielsweise bei einem Gefahrguteinsatz auf der A6. © Foto: Archivfoto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Oliver Färber 14.03.2018

Es ist ein Running Gag am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Hall in Tüngental: Alle Redner hoffen, dass sie in einem Jahr nicht wieder einen neuen Kommandanten begrüßen müssen. Doch Peter Schneider, der nun seit 1. November der Mannschaft vorsteht, meint bei der Begrüßung, dass die „unerwarteten personellen Turbulenzen“ von den Ehrenamtlichen gut gemeistert worden seien. Und er macht auch deutlich, dass er das Haller Team nicht so schnell wieder verlassen möchte. Alle sind sich an diesem Abend einig, die kurze Interimszeit von Ralph Keipp, der nur nach wenigen Wochen zur Werkfeuerwehr Bosch wechselte, zu vergessen.

Allerdings ist für Schneiders ehrenamtliche Stellvertreter Frieder Steiner und Christoph Wenger die Zeit der Mehrarbeit noch nicht zu Ende. Der neue Kommandant muss erst noch die Voraussetzungen für den gehobenen Dienst erfüllen, ist deshalb noch rund ein halbes Jahr in Ausbildung. Deshalb dankt Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim auch besonders den beiden Abteilungskommandanten aus Ost und West: „Sie haben einen Großteil der Verantwortung übernommen“, erklärt er und betont, dass eine funktionierende Feuerwehr auch gute Strukturen braucht.

Dass Schneider und seine Stellvertreter auf Teamarbeit setzen, zeigt sich auch beim Jahresrückblick, den sie gemeinsam halten. Personell sei man gut aufgestellt, wie Wenger erklärt – auch wenn die Mannschaft wieder um zwölf Mitglieder geschrumpft sei.

Problematisch sei, dass seit 2013 jedes Jahr die Zahl der Einsätze um rund 50 pro Jahr gestiegen sei. 2017 waren es bereits 449 – und das, obwohl die Anwesenheit bei Starts und Landungen auf dem Würth-Airport und Insekten­einsätzen gleichzeitig zurück gegangen sei.

Ein Trend sei, dass es Alarme wegen Türöffnungen gebe. „Das ist der gesellschaftliche und demo­graphische Wandel“, so Wenger. Immer öfter lebten ältere Menschen alleine und gerieten deshalb in Situationen, bei denen die Feuerwehr gefragt sei.

Steiner geht bei einigen Einsätzen ins Detail wie beim Zugunglück bei Michelbach oder beim Großbrand auf dem Teurershof Ende Dezember. Besonders kritisiert er den „vielen Schreibkram und die vielen Besprechungen“, die Führungskräfte bewältigen müssten. „Eine Hochachtung vor jedem Kommandant, der das ehrenamtlich macht“, stellt er fest. Dadurch sehe er auf Dauer das Modell Freiwillige Feuerwehr gefährdet. Eine Idee sei, Synergieeffekte zu nutzen, was unter dem Dach des Landkreises erfolgen solle.

Denise Koßatz berichtet von ihrer umtriebigen Jugendabteilung, Roland Braun von seinen nicht minder aktiven Alterskameraden. „Die Routine hier beruhigt mich“, erklärt der Erste Bürgermeister Peter Klink, zu dessen Ressort die Feuerwehr bei der Stadt gehört. Erster Landesbeamter Michael Knaus meint, dass auch ihn die Fehlalarme der Brandmeldeanlagen beschäftigten. Feuerwehr-Kreisverbandsvorsitzender Alfred Fetzer bemängelt die „Verrohung der Gesellschaft“. Polizeioberrat Thomas Heiner freut sich darüber, dass die Feuerwehr immer eine Lösung parat habe.

Zahlen, Daten und Fakten der Feuerwehr im Jahr 2017

Die Zahl der Einsätze betrug 449, verteilt auf 64 Brände, 168 technische Hilfeleistungen, 121 Alarme von Brandmeldeanlagen, 20 Fehlalarme und 76 sonstige Einsätze wie bei Starts und Landungen auf dem Würth-Airport. Im Jahr zuvor waren es – trotz Unwetter – 466, 2015 noch 405, 2014 waren es 2014.

Das Personal ging gleichzeitig zurück. Waren es 2013 noch 416 Mitglieder, zählt Peter Schneider seit Beginn dieses Jahres nur noch auf 336 Frauen und Männer – 115 Aktive in der Abteilung Ost, 103 Aktive in der Abteilung West, 18 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr West, elf in der im Osten und 89 Alterskameraden. fär

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