Mainhardt Besucher bummeln, feilschen und halten ein "Schwätzle" auf dem Mainhardter Markt

JOHANNA HORLACHER 11.08.2015
Ein Festtag für die Mainhardter, aber auch für viele Besucher weit darüber hinaus ist der traditionelle Krämer-, Vieh- und Schweinemarkt alljährlich im August. Über 120 Verkaufsstände locken.

"Darf ich ihnen etwas zeigen?", lädt Detlef Fuchs freundlich an seinen Marktstand ein: "Herdplatten, Pfannen, Backofen, Wasserhähne werden in neuem Glanz erstrahlen", verspricht er und erklärt es in Theorie und Praxis an einer stark verschmutzten Pfanne.

Seit mehr als 25 Jahren besucht er schon den Mainhardter Markt, sogar "ausgezeichnet wurde ich schon für langjährige Treue", betont der Neckarsulmer stolz. Am Anfang seien die Hohenloher etwas zurückhaltend gewesen, aber nach einigen Jahren habe sich Vertrauen aufgebaut und nun freue er sich jedes Jahr auf viele Stammkunden. "Mein einziges Problem ist, mein Produkt hält meistens länger als ein Jahr", so Fuchs lachend. Also kommen seine Kunden alle zwei Jahre.

Am Römerkastell, dort wo das Jungvieh normalerweise prämiert wird, sind dieses Jahr die Verpflegungsstände, die bisher im Schlössles-Park waren. Der Park liegt verwaist hinter einem Absperrzaun, denn die Bäume im Schlössles-Park sind von Eichenprozessionsspinnern befallen. Neben Wildspezialitäten bieten die Mainhardter Jäger einen Lehrpfad mit Fuchs, Dachs, Wildschwein und Reh an und mutige Kinder dürfen sich auf einen Hochsitz wagen.

In den Straßen rund um Kirche und Rathaus reihen sich Stände und Marktbuden aneinander. Brillenputztücher, Nudeln, Honig aus dem Mainhardter Wald, Wellholz, Kochlöffel und alles, was für den Haushalt - mehr oder weniger - gebraucht wird sowie Gürtel, Hosen und Röcke werden angeboten. Es gibt unzählige Marktstände mit Socken - bei den heißen Temperaturen. Aber der nächste Winter im Mainhardter Wald kommt bestimmt, denkt sich auch Werner Schuster und will heute Strümpfe kaufen. Als Einheimischer besucht er jedes Jahr den Markt und dabei hat er schon seine Strategie entwickelt: "Einmal gehe ich durch und schaue mir alles an und vergleiche, beim zweiten Durchgang kaufe ich ein." Überall wird auch ein "Schwätzle" gehalten, sei es mit Bekannten, die man trifft, oder mit den Händlern, die einen flotten Spruch parat haben, um mit der Kundschaft ins Gespräch zu kommen.

Schwestern kaufen Brillenputzmittel zum Sonderpreis

"Eigentlich brauchen wir nichts", betont Bettina Schürrle aus Neunkirchen, die mit ihrer Schwester Katja Kaiser und deren Kindern an den Ständen vorbei bummeln. Aber ein Verkäufer hat sie überzeugt und nun sind sie mit Brillenreinigungsmittel ausgestattet. Gleich eine kleine und eine große Flasche, weil es beide zusammen "zum spektakulären Sonderpreis gibt".