Schwäbisch Hall Bestatter-Urteil bleibt bis Herbst in der Schwebe

Jochen M. mit seinen Verteidigern Gianpiero Fruci (links) und Björn Bilidt, bei einem der früheren Verhandlungstage.
Jochen M. mit seinen Verteidigern Gianpiero Fruci (links) und Björn Bilidt, bei einem der früheren Verhandlungstage. © Foto: Thumilan Selvakumaran (Archiv)
Heilbronn/Hall / Eleonore Heydel 22.08.2018
Das Oberlandesgericht entscheidet wohl im Herbst über das Strafmaß für den Haller Jochen M.

Das am 25. April dieses Jahres verhängte Landgerichtsurteil gegen den ehemaligen Haller Bestatter Jochen M. ist noch nicht rechtskräftig. Die Entscheidung über die von Verteidiger Björn Bilidt eingelegte Revision ist noch offen. Der 62-jährige Ex-Bestatter wurde von einer Berufungskammer des Heilbronner Landgerichts wegen 17-fachen gewerblichen Betrugs zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Damit blieb die Kammer zwar ein halbes Jahr unter dem erstinstanzlichen Urteil des Haller Amtsgerichts. Eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung ist aber bei diesem Strafmaß nicht möglich.

Verteidiger Bilidt hatte unmittelbar nach der Urteilsverkündung das Rechtsmittel der Revision eingelegt. Der Anwalt aus Radolfzell erklärte jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass er die Revision fristgerecht Mitte Juli gegenüber dem Oberlandesgericht Stuttgart begründet habe.  Mit einer Entscheidung des Oberlandesgerichts ist im Laufe des Herbstes zu rechnen. Die Haller Staatsanwaltschaft hat keine Revision eingelegt.

Jochen M. wird beschuldigt, er habe Verstorbene hinter dem Rücken von Angehörigen in Pressspan-Särgen verbrennen lassen. Den Auftraggebern habe er jedoch die von ihnen bestellten, teureren Vollholz-Särge in Rechnung gestellt. Die Vorwürfe datieren aus dem Jahr 2012. Jochen M. selbst bestreitet jede Betrugsabsicht.

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