Oberrot Bekenntnisse und Enthüllungen

Oberrot / Brigitte Hofmann 12.09.2018
In 50 Kapiteln erzählt der Wahl-Oberroter Klaus Steininger Geschichten aus seinem Leben. Sein neues Buch präsentiert Luly S. zusammen mit Eberhard Gienger im freien Fall.

Mit Highlights gespickt ist das Leben von Klaus Steininger: 28 Jahre Berufssoldat bei der Luftwaffe am Standort Feuchtwangen, 36 Jobs vom Schrottfahrer bis zum Skilehrer nebenher, emotionale Zeiten mit der Familie, die Hütte in Auffach in Tirol, sein Pferd Sinah, der Fallschirmsprung aus 4000 Meter Höhe mit dem früheren Reck-Weltmeister Eberhard Gienger, 56 Sekunden freier Fall – all das steht in seiner Vita. „Was du erlebt hast, das würde für fünf Leben reichen, deshalb schreib’s auf“, rieten ihm seine Freunde bei diversen Anlässen.

Gleich zu Beginn des Jahres also legte er los, legte Blätter zurecht, sammelte Stoff und schrieb, was das Zeug hielt. Projektentwicklerin und Grafikerin Silke Hungbaur aus Oberrot lobt er in den Himmel, weil es ohne sie zwei Jahre gedauert hätte, bis das Buch fertig gewesen wäre, erzählt er freimütig. Er selbst sei dann quasi vom Himmel gefallen, als er es vor wenigen Wochen präsentierte. Die Idee dazu hätte sein früherer Sportsfreund Gienger gehabt, als sie sich zu einem Tandemsprung Mitte August in Osterburken verabredeten.

„Morgen 75 – und endlich weise. Die Bekenntnisse des Luly S.“, lautet der Titel des Buches. Allerdings entspricht das nicht ganz der Wahrheit, denn der Autor wird erst im nächsten Jahr 75. Die Formulierung soll signalisieren, dass morgen alles anders sein wird. Die Buchhülle zeigt ihn sowie ein Engelchen und ein Teufelchen, die auf seinen Schultern sitzen. „Das Engelchen steht für die Vernunft, die da fragt: Brauchst du das wirklich? Das Teufelchen für die emotionale Seite, die dazwischen haut und sagt: Ja, und zwar jetzt gleich!“, so seine Erklärung, womit er auch gleich ein paar seiner Charaktereigenschaften enthüllt. Der Spitzname Luly sei irgendwann in der Vergangenheit geprägt worden und ihm bis heute geblieben. „Mit Bergschuh und Kochtopf – Kulinarische Bergwanderungen“, hieß sein erstes Buch. Im jetzigen schreibt er über seine Erlebnisse, seine eigenen Schwächen, Macken und Missgeschicke, aber auch über Menschen, die ihm in seinem Leben begegnet und in der Erinnerung haften geblieben sind.

Ex-Hauptfeldwebel Klaus Steininger findet sich in allen Lebenslagen zurecht. Stets erweist er sich als Kavalier der alten Schule, ist charmant und witzig obendrein. Um das Jahr 2000 herum kam er in die hiesige Gegend und ließ sich zunächst in Fichtenberg und schließlich in Oberrot nieder. Der Natur, dem Wandern, Radfahren, der Fitness überhaupt, dem Kochen und natürlich dem Schreiben gilt seine Liebe. Er schreibt in der Ich-Form, flott lesbar, mit Schalk im Nacken und einem zwinkernden Auge. Sein Buch stellt er am Dienstag, 18. September, um 15 Uhr in der Stadtbücherei Gaildorf, am 1. Oktober, um 19 Uhr im Bürgersaal in Fichtenberg und in der Folge auch im Bürgersaal in Oberrot vor. Von der Buchpräsentation mit Gienger gibt es auch ein Video. Die 56 Sekunden im freien Fall werde er nie vergessen, sagt er. Auch nicht die etwas harte Landung auf der Erde.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel