Start Beim Dreikönigslauf purzeln Rekorde

Schwäbisch Hall / Jochen Korte 06.01.2015
Dienstagmorgen, 10 Uhr. Es ist kalt, minus fünf Grad. In der Stadt herrscht noch tiefe Ruhe. Eifrige Helfer bereiten den Dreikönigslauf vor. Am Nachmittag wuselt es in der Stadt vor Menschen. Rekorde purzeln.

Dienstagmorgen, 10 Uhr. Es ist kalt, minus fünf Grad. In der Stadt herrscht noch tiefe Ruhe. Eifrige Helfer bereiten den Dreikönigslauf vor. Am Nachmittag wuselt es in der Stadt vor Menschen. Rekorde purzeln.

Alles ist perfekt organisiert

Für einige Mitarbeiter des Werkhofs ist die Nacht kurz. Schon seit etwa 7 Uhr sind sie dabei, die Strecke des Dreikönigslaufs herzurichten. Besonders an den Brücken und den Stellen, die im Schatten liegen, wird tückisches Glatteis entfernt und Salz gestreut. Der Einsatz lohnt sich: Die Wege sind ab Mittag ist in bestem Zustand. Das liegt auch an der strahlenden Sonne, die die feuchten Stellen auf dem Asphalt trocknet. Nur an einigen Ecken in den Ackeranlagen und den Kocherweisen ist die wassergebundene Decke ein wenig angetaut. Die Läufer stört das nicht. Alles ist perfekt organisiert.

Etwa 130 Helfer gehören zum Organisationsteam der TSG. Kabel werden verlegt, Stecken abgesperrt, Verpflegungsstände errichtet und der Start- und Zielraum am Marktplatz aufgebaut. Andere sind in der Hagenbachhalle aktiv, wo sich die meisten Läufer umziehen. Chef der Truppe ist seit zwei Jahren Werner Belschner.

Julia Belschner unterbietet ihren Streckenrekord

„Mit vermutlich über 2100 Läufern ist der Aufwand etwas größer als in den Vorjahren“, sagt er. Auch sein Sohn David (11) hilft in der Hagenbachhalle und später beim Tee-Ausschenken auf dem Marktplatz mit. Belschners Tochter Julia (16) ist erst am Vorabend aus dem Trainingslager der TSG in Portugal heimgekehrt – mit Blasen an den Füßen, wie ihr Vater sagt. Trotzdem wolle sie ihren 2014 aufgestellten Streckenrekord über 1,7 Kilometer unterbieten. Sie hat es geschafft.

Für Beschallung und Musik sorgt Joachim Odenwälder. Friedhelm Wieland, der das über Jahre hobbymäßig gemacht hatte, war 2014 in der Mitte des 80. Lebensjahres gestorben. „Klasse, wie der das gemacht hat“, würdigt Odenwälder die Arbeit des betagten Sulzdorfers. Er hat ein paar Subwoofer zusätzlich mitgebracht, um den Sound zu optimieren.

Um 12 Uhr starten die Bambini- und Schülerläufe an der AOK. Nervöse Eltern fiebern mit dem Nachwuchs, der die Obere Herrngasse herunter bis zum Rathaus rennt. Astrid Berlage hat die Lage im Griff. Eigentlich wollte sie mit einer Tröte das Startkommando geben, doch das Teil hat versagt. Schnell ist Eugen Mager verpflichtet, der wie bei jedem Dreikönigslauf seine Kuhglocke dabei hat. Mit diesem Signal schickt er die elf Startergruppen auf die Reise.

„Es herrscht viel Trubel, aber es ist schön“

Am Straßenrand bei der AOK steht Siegfried Stieb aus Michelfeld. Auf seinen Schultern sitzt Lenni (4). Auch Mutter Katja wartet gespannt, wie Tochter Leana (6) losläuft. Im Zielraum warten bereits die Geschwister Celine (17) und Samara (15), um die Sprinterin in Empfang zu nehmen. „Es herrscht viel Trubel, aber es ist schön“, meint Siegfried Stieb, der das erste Mal beim Dreikönigslauf dabei ist.

„Die Schüler ganz schön schnell“, raunt Max Weber, einer der Mountain-Biker aus dem MHW Cube Racing Team, einem seiner Kollegen zu, die vor und hinter den Läufern herfahren und die Strecke sichern. In Steinbach, am äußersten Punkt der Strecke, stehen Pfarrer Holger Stähle und seine Familie. Mit lauten Rufen muntern sie die teilweise schon erschöpft wirkenden Frauen und Männer auf. Ehrlich bleiben beim 5-Kilometer-Lauf alle. Die letzte Läuferin, eine ältere Dame, die vor dem „Besenrad“ herläuft, nimmt bei den Kocherwiesen spontan die Einfahrt zum Parkplatz. Als sie merkt, dass das eine Abkürzung ist, hastet sie zurück und macht auch noch die letzte Schleife.