Schwäbisch Hall Eröffnung: Neuer Bienenlehrpfad am See

Schriftführerin Dagmar Zwilling (links) und Vorsitzender Alfred Müller (im Vordergrund) freuen sich mit den Gästen, dass der Bienenlehrpfad eingeweiht werden kann. Luftballone steigen in den Himmel.
Schriftführerin Dagmar Zwilling (links) und Vorsitzender Alfred Müller (im Vordergrund) freuen sich mit den Gästen, dass der Bienenlehrpfad eingeweiht werden kann. Luftballone steigen in den Himmel. © Foto: Schriftführerin Dagmar Zwilling (links) und Vorsitzender Alfred Müller (im Vodergrund) freuen sich mit den Gästen, dass der Bienenlehrpfad eingeweiht werden kann. Luftballone steigen in den Himmel. Foto: Andreas Scholz
Schwäbisch Hall / Jochen Korte 13.08.2018
Ein sehenswerter Lehrpfad mit zwölf großen Tafeln erklärt das Leben Honigsammler und zeigt, wie man ihnen beim Überleben helfen kann.

Das Lied der Biene Maja durfte an diesem Tag natürlich nicht fehlen. Die Biene, genauer die Honigbiene, stand am Samstag am Mittelpunkt. Der Bezirksimkerverein Schwäbisch Hall hat dem fleißigen Insekt einen Lehrpfad mit zwölf Stationen gewidmet, der am Weg zwischen Starkholz und Starkholzbacher See steht. Zahlreiche Zuschauer, die meisten Angehörige von Mitgliedern oder selbst der Imkerei verbunden, waren bei der fröhlichen Veranstaltung dabei. Für Stimmung sorgten die Alphornbläser und die Mitglieder der „Skrupellosen Hausmusik“, die auch das Maja-Lied intonierten.

„Mehr als 1000 Stunden Arbeit stecken darin“, sagte Vorsitzender Alfred Müller. Die ersten Überlegungen für das Projekt habe man bereits 2013 gehabt. Dann gingen einige Mitglieder auf einen Lehrgang, der zeigen sollte, wie man die Sache angehen möge. „Als die Kursteilnehmer zurückkamen, da wussten wir, wie man es auf keinen Fall machen darf“, führte Müller aus. Stattdessen wurden eigene Ideen und Vorstellungen entwickelt. Ab 2015 wurde es dann konkret. Im März dieses Jahres hatten  die Bauarbeiten begonnen.

Es sind stabile Stationen aus gehobelten Kanthölzern, mit bunten und wetterfesten Schautafeln oder Spielen, einem kleinen Dach und Unterfahrschutz, gezimmert von der Schreinerei Feuchter.

„Den Honigbienen geht es Dank der Imker bei uns ganz gut. Nur die Varroamilbe muss bekämpft werden“, sagte Dagmar Zwilling. Echtes Bienensterben gebe es hauptsächlich in den USA. Doch Wildbienen, Falter und Schmetterlinge hätten auch hier  zu leiden. „Immergrüne Steingärten, Forsythien, Geranien und englischer Rasen bieten Insekten keine Nahrung“, führte sie aus. Bienenfreundliche Pflanzen auf dem Balkon, Hecken und Hausbegrünung könnten helfen.

„Der Pfad ist nicht nur zur puren Lehre, sondern er soll auch  Spaß machen“, verdeutlicht die Schriftführerin. In Kürze würden auch Arbeitsblätter für Schulklassen erarbeitet.

Der Bienenlehrpfad sei auch für Menschen mit Behinderung zugänglich, erklärte Anja Gentner, die Internet-Beauftragte des Vereins. Mit bei der Planung seien die Behindertenbeauftragte des Landkreises, die offenen Hilfen und der Blindenverband gewesen. Sehschwache Menschen könnten den Inhalt über Brailleschrift ertasten. Mit noch zu erwarteten Fördergeldern sollten die Punkte in Edelmetall auf den Rahmen gebracht werden. Für den behindertengerechten Zugang müsse an zwei Stationen noch nachgearbeitet werden.

„Ohne Bienen kein Obst“

Für die Stadt Hall war der ehrenamtliche OB-Stellvertreter Rüdiger Schorpp gekommen, da der OB in Urlaub ist. Schorpp schlug den großen Bogen zum Klimawandel. Herbizide wie Glyphosat und Pestizide förderten das Insektensterben. „Ohne Bienen gibt es keinen Honig, kein Obst und kein Gemüse“, so Schorpp. Dieses Projekt sei beispielhaft und immens wichtig.

Unter den Zuschauern war auch Carolin Callenius aus Stuttgart mit Großnichte Annouk. „Mein Schwager Michael Staudenmaier hat das Projekt mitentwickelt“, sagte sie. „Die Imkerleidenschaft verbindet uns.“ Robert Haufe, Hannah Glashagen und die siebenmonatige Annika aus Hirschfelden sahen dem Treiben zu. Auch sie sind Imker und haben 120 Kilogramm des wertvollen Saftes aus den Waben geschleudert. „Es war eine gute Ernte, so Haufe. Nach einen Ballonstart wurden die Tafeln in Augenschein genommen. Das große Fest am Lehrbienenstand, zu dem am Samstag und Sonntag hunderte Gäste pilgerten, konnte beginnen.

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