Börse Bechtle steigt und steigt und …

Bechtle rüstet Unternehmen mit Hardware, Software und Netzwerk-Lösungen aus. Eine zentrale Rolle spielen Leiterplatten (Foto) alsTrägerelemente für elektronische Bauteile.
Bechtle rüstet Unternehmen mit Hardware, Software und Netzwerk-Lösungen aus. Eine zentrale Rolle spielen Leiterplatten (Foto) alsTrägerelemente für elektronische Bauteile. © Foto: epd
Jürgen Stegmaier 12.10.2017
Einige Aktiengesellschaften haben Betriebe in der Region Heilbronn-Franken. Für den IT-Ausrüster Bechtle scheint es kein Halten zu geben.

Der Audi-Standort in Neckarsulm ist der größte Betrieb in der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken. Dort arbeiten rund 16.700 Mitarbeiter. In den zurückliegenden Jahren wurden an der Sulm rund 260.000 Fahrzeuge gefertigt, die meisten davon in der Oberklasse.

Zuletzt war der Standort in die Diskussion geraten. Konzernintern werde der Sündenbock für die Diesel-Affäre in Neckarsulm ausgemacht. Ungeachtet dessen hat sich der Aktienkurs, der im Frühjahr unter 630 Euro je Anteilsschein gefallen war, bei einem Wert von knapp 700 Euro, und teilweise auch darüber, stabilisiert.

Geringer Teil in Streubesitz

Zu beachten ist in der Bewertung des Kurses der Audi-Aktie, dass lediglich 0,45 Prozent der Papiere in Streubesitz sind, also potenziell dem Handel zur Verfügung stehen. 99,55 Prozent der 43 Millionen Audi-Aktien hält die Mutter Volkswagen fest in ihren Händen.

Ebenfalls in Neckarsulm hat der IT-Ausrüster Bechtle seinen Sitz. Im August meldete der Konzern starke Zahlen für das erste Halbjahr. Umsatz und Gewinn wachsen weiterhin bemerkenswert. Das beflügelte die Kursentwicklung im dritten Quartal. Das Papier legte um mehr als 15 Prozent zu – von 56 auf rund 65 Euro. Wer am Tiefpunkt der internationalen Finanzkrise 2008 bei 5 Euro eingestiegen ist, hat bis heute seinen Einsatz verdreizehnfacht. Ziel der Konzernführung war es nicht zuletzt, die Bechtle-Aktien durch einen 1:1-Split, der im Juli durchgeführt wurde, optisch günstiger und damit attraktiver zu machen. Diese Rechnung scheint aufzugehen.

Personalie beeindruckt nicht

Der Explosionsschutzexperte R. Stahl aus Waldenburg hat im August bekannt gegeben, dass Martin Schomaker nur noch bis Ende des Jahres Vorstandschef sein wird. Er wird durch Mathias Hallmann ersetzt. Die Börse beeindruckte diese Personalie kaum. Immerhin hat das Stahl-Papier im Verlauf des dritten Quartals etwas zugelegt – von 31 auf 32 Euro. Weiterhin macht Stahl die Investitionszurückhaltung in der Öl- und Gasindustrie zu schaffen. Ein Engagement in die Stahl-Aktie bewertet Moody’s im mittleren Risiko-Bereich.

Auseinandersetzung bei P&G

Der weltweit tätige Konsumgüterhersteller Procter&Gamble fertigt in seinem Crailsheimer Werk Produkte der Damenhygiene („Always“) sowie Wischtücher („Swiffer“).  Dieser Tage trafen sich die Aktionäre in Cincinnati (Ohio) zur Hauptversammlung. Dabei wurde erneut eine Dividendenerhöhung beschlossen. Auf das Gesamtjahr gesehen schüttet der Konzern 2,7584 US-Dollar je Anteilsschein aus. Dies entspricht einer Dividendenrendite von fast 3 Prozent.

Die Kursentwicklung stagniert dagegen. Während die Aktienkurse des Gesamtmarkts in den vergangenen fünf Jahren um 46 Prozent zulegten, stieg das Papier von P&G lediglich um 16 Prozent. Über die Besetzung des Verwaltungsrats ist im Umfeld des Procter&Gamble-Konzerns ein erheblicher Streit ausgebrochen.