Aktiengesellschaften Bechtle ist der Renner

Audi fertigt in Neckarsulm zahlreiche Modelle, unter anderem die Reihen A6 und A8.
Audi fertigt in Neckarsulm zahlreiche Modelle, unter anderem die Reihen A6 und A8. © Foto: Audi
Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 03.01.2018
Im zurückliegenden Jahr war der IT-Dienstleister aus Neckarsulm ungewöhnlich erfolgreich. Auch Audi schließt deutlich im Plus. Manz und Stahl entwickeln sich enttäuschend.

Der deutsche Aktienindex Dax legte 2017 um rund 10 Prozent zu. Sein kleiner Bruder Tecdax, in dem hauptsächlich Technologiewerte gelistet sind, sprang um rund 36 Prozent nach oben. Damit konnte von den Aktiengesellschaften, die in der Region Heilbronn-Hohenlohe ein Standbein haben, lediglich der IT-Dienstleister Bechtle mithalten. Das Unternehmen, das seine Buchhaltung in Gaildorf angesiedelt hat, führte im Juli einen Aktiensplit durch. Teilhaber bekamen je Aktie eine weitere dazu, dafür verringerte sich der Wert je Anteilsschein um die Hälfte. Das Papier erscheint durch diese Kosmetik günstiger. Genau das war auch die Absicht des Managements um Vorstandschef Thomas Olemotz. Der Plan ging auf.

Kurs gibt nach

Im Dezember wurde bekannt, dass die Bechtle Großaktionärin Karin Schick aus dem Aufsichtsrat ausscheiden wird. Nachdem ein Analyst im Dezember seine Einschätzung veröffentlicht hat, dass Bechtle ausreichend hoch bewertet sei, kam es zu Kursrückgängen.

Auch Audi konnte, auf Jahressicht gesehen, zulegen. Die VW-Tochter aus Ingolstadt, die in Neckarsulm ein Werk betreibt, in dem nahezu 18 000 Menschen arbeiten, ging trotz des Dieselskandals mit einem Kursgewinn von rund 17 Prozent aus dem Aktienjahr. Audi-Chef Rupert Stadler ist der Meinung, dass sich der Autohersteller Stück für Stück aus der Dieselkrise arbeitet. Das Kurshoch von rund 747 Euro erreichte Audi gegen Ende des Jahres, das Tief von etwa 622 Euro wurde Mitte März verzeichnet.

Der Maschinenbauer Manz hat sein Tochterunternehmen in Schwäbisch Hall, die Manz CIGS Technology GmbH, verkauft. Für 50 Millionen Euro ging es an ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem chinesische Konzerne beteiligt sind. Die Manz-Aktie verlor im Jahresverlauf rund 5 Prozent. Möglicherweise ist Investoren die Struktur aus chinesischen Beteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen zu wenig durchsichtig. Allerdings legte das Papier gestern um mehr als 8 Prozent zu. Eine Nachricht, die diesen Sprung erklärt, wurde nicht veröffentlicht.

Der Waldenburger Explosionsschutzexperte R. Stahl AG hat ein weiteres schwieriges Jahr hinter sich. Der Aktienkurs entwickelte sich immerhin um etwa 5 Prozent nach oben, trotz der Investitionszurückhaltung der Öl und Gas fördernden Industrie. Am ersten Handelstag 2017 war der Stahl-Anteilsschein 29 Euro Wert, am letzten 30. Dazwischen standen Schwankungen zwischen 28 und 33 Euro. Von alten Höchstwerten ist die Aktie weit entfernt. Seit gestern ist in Waldenburg ein neuer Vorstandschef am Ruder. Dr. Mathias Hallmann folgt auf Martin Schomaker. Manchmal  bewirken solche Wechsel Wunder.

Streit um Ausrichtung

Bei Werten über 80 Euro war Proc­ter&Gamble ins Jahr gestartet. Ende 2017 stand das Kursbarometer für den Konzernriesen, der in Crailsheim Wischtücher und Damenhygiene-Produkte fertigt, außerdem in Walldürn elektronische Geräte herstellt, bei nur noch 76 Euro. Das Minus von rund 5 Prozent über das Jahr hinweg erklärt sich möglicherweise durch Streitigkeiten um die Ausrichtung des Konsumgüterunternehmens, das seinen Sitz in Cincinnatti hat.

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