Die zwei Lagerhallen des Krautheimer Speditionsunternehmens Rüdinger nahe der Bahnhofsiedlung sind mittlerweile fertig. Doch der damit verbundene Konflikt ist noch nicht beendet. Denn die Zigtausend Kubikmeter Erdaushub, die beim Bau angefallen sind, haben bei Anwohnern und Verwaltung für erheblichen Unmut gesorgt. Beseitigt sind sie immer noch nicht.
Der „Mount Rüdinger“ thront seit Monaten quasi unverändert an der Landesstraße – und das, obgleich Unternehmens-Chef Roland Rüdinger bereits Ende vergangenen Jahres öffentlich versprochen hatte, den massiven Erdhügel „bis 30.  März zu beseitigen“. Sogar eine sogenannte öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit dem Landratsamt war seinerzeit unterzeichnet worden.
„Wir sind davon ausgegangen, dass Verträge eingehalten werden“, sagt Waldenburgs Bürgermeister Markus Knobel sichtlich verärgert. „Nichts ist passiert, nur Kleinmengen werden seit wenigen Tagen abgetragen.“ Knobel weiter: „Ich verstehe nicht, warum es eine schützende Hand vonseiten des Landratsamts für Herrn Rüdinger gibt.“ Im „Zwei-Wochen-Rhythmus“ habe er sich an die Kreisbehörde mit der Bitte gewandt, mehr Druck auf den Spediteur auszuüben. Denn unter den Anwohnern herrsche große Verärgerung: „Die Waldenburger nehmen wahr, dass es Menschen gibt, die Verträge unterschreiben und sich dann nicht dran halten. Mir gefällt dieses Geschäftsgebaren nicht.“

„Habe Situation unterschätzt“

Rüdinger versichert: Er könne den Unmut mancher Menschen durchaus verstehen. „Aber als ich damals die Zusage zur Beseitigung bis Ende März gegeben habe, habe ich die Situation etwas unterschätzt“, wirbt der Chef der 500-Mitarbeiter-Firma um Verständnis. Er habe zwischenzeitlich rund 15  potenzielle Erde-Abnehmer kontaktiert – aber nirgendwo für größere Mengen eine Genehmigung erhalten. Nach Informationen dieser Zeitung hat das Landratsamt in Künzelsau unlängst nun doch mit der Verhängung eines Ordnungsgeldes gedroht. Der Unternehmer versichert: „Wir sind dran, haben wie vorgeschrieben ein Gutachten zur Klärung möglicher Kontamination des Erdreichs anfertigen lassen.“ Allein: „Alles, was wir unternehmen, missfällt der Genehmigungsbehörde.“
Die Akteure schießen weiter scharf. Rüdinger: „Wir werden schikaniert. Die Waldenburger Verwaltung unterstützt uns in keinster Weise.“ Er habe mit der Erde die Flächen eines Waldenburger Landwirts auffüllen wollen. „Aber das hat der Gemeinderat ja verhindert.“ Knobel: „Herr Rüdinger hat sich vor dem Grundstückskauf keine Sekunde bei uns erkundigt, was er da bauen darf und was nicht.“