„Wenn man mal angefangen hat, ist alles einfacher“, sagt Tüngentals Ortsvorsteher Werner Philipp. Gemeint ist der bevorstehende Beginn der Sanierung der Ortsdurchfahrt des Haller Teilorts. Nach jahrelangen Diskussionen über die Instandsetzung der mit Schlaglöchern durchsetzten Straße zwischen Altenhausen und Matheshörlebach, sind die Bauarbeiten vor Kurzem an die Firma Schwarz GmbH aus Stachenhausen vergeben worden. Nun stellt sich aber die Frage, ob dieses Projekt der städtischen Haushaltssperre zum Opfer fällt. Laut Investitions- und Sanierungsplan für 2020 liegt der Plansatz bei 265.000 Euro für den ersten Bauabschnitt, der in der Verfügung von 25. Mai vorerst nicht mit einem Sperrbetrag versehen wurde. Der erste Bauabschnitt soll in der Oststraße/Otterbacher Straße beginnen.

Vollsperrung wird vermieden

Bei der ersten Ortschaftsratssitzung zu Corona-Zeiten sind 24 Bürger in der Tüngentaler Turnhalle zusammengekommen. Martin Brözel, Abteilungsleiter des Eigenbetriebes Abwasser der Haller Stadtbetriebe, teilte den Anwesenden aktuelle Informationen zur Dorfstraßensanierung mit. Im Zentrum seiner Ausführungen stand die Einteilung in mindestens vier Bauabschnitte und die innerhalb der Abschnitte geplanten Bau- und Sanierungsarbeiten.

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So werde eine Vollsperrung vermieden, die mindestens bis Sommer 2021 dauern würde. Der erste Bauabschnitt soll Ende des Monats mit dem Einbau eines Regenwasserkanals und einer Druckleitung zum Pumpen des Abwassers von einem neu zu errichtenden Pumpwerk auf der jetzigen Kläranlage bis in den Solpark begonnen werden. Von dort wird das Abwasser zur Kläranlage Vogelholz weitergeleitet. Eine Sperrung der Oststraße während der Zeit der Schulferien bereite weniger Probleme für den Busverkehr zur Fahrt nach Sulzdorf, denn da nutzen weniger Fahrgäste den Bus, so Philipp.
Geplant sind die Baumaßnahmen in diesem Jahr zunächst bis zum Vogtsweg. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall wollen diverse Versorgungsleitungen (Gas und Wasser, Erdkabel, Glasfaserkabel) erneuern beziehungsweise neu verlegen. Die Bürger und Ortschaftsräte interessierte vor allem, ob die gesamte Straßenbreite aufgerissen wird und der landwirtschaftliche Verkehr erlaubt sei. „Ja“, sagte Brözel. Auch die Anlieger und Anwohner können in einer innerörtlichen Umfahrung zu ihren Anwesen gelangen, nur für den Durchgangsverkehr sei dort gesperrt. Die Frage des Einbaus einer Fernwärmeleitung konnte nicht beantwortet werden.
Ob durch die Druckleitung mit Geräuschen zu rechnen sei, verneinte Brözel. Grund sei die Tiefe der Leitungen, die bei rund ein­einhalb Metern liege. Verzögerungen könnten auftreten, wenn zum Beispiel in Altablagerungen Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) mit krebserregendem Potenzial nachgewiesen werden. Weitere Fragen betrafen die Zukunft der Kläranlage in Tüngental. Das Betriebs-
gebäude und die Regenüberlaufbecken bleiben bestehen, die Absetzbecken werden verfüllt und zu einem späteren Zeitpunkt ein Pumpwerk gebaut. Die Zufahrt zur Kläranlage wird nach Ende der Baumaßnahmen saniert. Während der umfangreichen Baumaßnahmen in der Altenhausener Straße, der Otterbacher Straße und der Oststraße müssen sich die Bürger aus Tüngental für mindestens ein Jahr auf Beeinträchtigungen wie bei der Zufahrt zu den Grundstücken und etwaigen Baulärm einstellen.