Schwäbisch Hall Bausparkasse Schwäbisch Hall möchte mehr Bausparverträge mit Gemeinden

Schwäbisch Hall / JÜRGEN STEGMAIER 28.11.2014
Schwäbisch Hall ist Marktführer im privaten Bauspargeschäft - nicht aber im kommunalen. Bei einem Forum in der Haller VR-Bank wurde gestern betont, dass die Bausparkasse dieses Feld ausbauen will.

Jürgen Gießler machte deutlich, dass Schwäbisch Hall den Ansatz, für Menschen Heimat zu schaffen, auch im kommunalen Bereich forcieren möchte. Im Vorstand der Bausparkasse ist Jürgen Gießler verantwortlich für Finanzen und Controlling. Er erläuterte die Vorteile für Kommunen. Dazu zählt er die Verbesserung der kommunalen Infrastruktur, die Finanzierung künftiger Aufgaben oder die Um- und Entschuldung. "Kein Zeitpunkt ist besser als heute, sich mit diesem Thema zu beschäftigen", riet Gießler zahlreichen Verwaltungschefs, darunter Landrat Gerhard Bauer, der Crailsheimer Oberbürgermeister Rudolf Michl und Halls Erste Bürgermeisterin Bettina Wilhelm.

Kurt Engel, neuer Kommunalberater im Auftrag der Bausparkasse, machte deutlich, wie sich das kommunale Bauspargeschäft vom privaten unterscheidet. So betrage die Abschlussgebühr für Kommunen ein halbes Prozent der Bausparsumme, Privatleute haben ein Prozent zu zahlen. Ferner seien keine Grundbucheintragungen als Sicherheiten nötig. Engel nimmt seine Aufgaben im Haller Technologiezentrum sowie im Verein Packaging Valley weiterhin wahr.

Sechs Tarife stehen für kommunale Bausparverträge zur Verfügung. Ihnen gemein ist, dass der Guthabenzins in der Ansparphase 0,25 Prozent beträgt. Laufzeiten und Darlehenszinsen variieren. Willi Reiss, Vertriebsmanager für Baufinanzierungen der Bausparkasse, betonte die Flexibilität der Verträge in der Darlehensphase.

"Bausparvertrag ist eher akzeptiert als Kredit"

Der scheidende Regionalberater Günter Mayr machte deutlich, dass ein voll einbezahlter Bausparvertrag für Kommunen 48 Monate stehen bleiben und danach verlängert werden könne. Im privaten Bereich beträgt diese Frist 24 Monate. "Ein Bausparvertrag kann mehr als herkömmliche Darlehen", versprach Mayr.

Rosengartens Bürgermeister Jürgen König sprach über Finanzierungsbeispiele seiner Gemeinde. So sei die neue Feuerwache durch einen Bausparvertrag über 500.000 Euro teilfinanziert worden. Um die Sanierung der Rosengartenhalle oder ein geplantes zentrales Sportgelände mit Ballspielhalle teilfinanzieren zu können, habe die Gemeinde einen weiteren Bausparvertrag über eine halbe Million Euro abgeschlossen.

Jürgen König geht davon aus, dass ein Bausparvertrag bei Gemeinderatsmitgliedern und Bürgern eine höhere Akzeptanz hat, als die Aufnahme eines herkömmlichen Kredits. Außerdem spiele Lokalpatriotismus eine Rolle. "Viele Rosengartener arbeiten bei der Bausparkasse", sagte Jürgen König.