Altverträge Bausparen: BGH entscheidet am Dienstag

Schwäbisch Hall / just 18.02.2017

Bausparkassen kündigen Verträge, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind. Nach Angaben der Branche ist dies bei rund 260 000 Verträgen bisher geschehen. Bausparer wehren sich gegen diese Praxis. Am Dienstag entscheidet der Bundesgerichtshof. Schwäbisch Hall ist die größte private Bausparkasse. Für sie hat die Entscheidung eine hohe Relevanz.

Was ist das Problem mit alten Bausparverträgen? Die Kassen haben den Kunden für die Ansparphase vor Jahren Guthabenzinsen (2,5 bis 4 Prozent) versprochen, die damals marktüblich waren. Heute gehen die Zinsen Richtung null.  Kunden nehmen diese vor Jahren vereinbarten hohen Zinsen gerne mit.  Ein Bausparvertrag sieht als zweiten Teil nach der Ansparphase eine Darlehensphase vor. Auch für diese sind die Zinsen im Vertrag langfristig festgelegt. Diese alten Darlehenszinsen sind höher als bei einer freien Finanzierung, wie sie heute möglich ist. Dies führt dazu, dass die Kunden dieses Darlehen, das an ihren Bausparvertrag gekoppelt ist, nicht mehr abrufen. Die Bausparkassen haben also die verhältnismäßig hohen Guthabenzinsen an ihre Kunden zu zahlen, erzielen aber kaum noch Erlöse durch die Darlehensvergabe. Aus diesem Dilemma wollen die Kassen raus.

In vorangegangenen Verfahren entschieden die Gerichte bisher in 101 Fällen im Sinne der Bausparkassen, 4 Urteile stützen die Sicht der Bausparer.