Wie nicht anders zu erwarten, steht auch das Jahr 2019 in Braunsbach im Zeichen des Wiederaufbaus. Die Beseitigung der verheerenden Schäden, die die Sturzflut vom 29. Mai 2016 an der kommunalen Infrastruktur angerichtet hat, ist damit aber noch lange nicht vorbei. „Ich denke, dass rund 50 Prozent der Investitionen noch in den Folgejahren zu leisten sind“, sagt Bürgermeister Frank Harsch.

In diesem Jahr stünden als umfangreichste Maßnahmen erst einmal die Sanierung der kompletten Schlossstraße inklusive Tiefbauinfrastruktur (Investitionssumme rund 1,9 Millionen Euro), der Abschluss der Komplettsanierung in Steinkirchen inklusive des Ausbaus des Reichenbachs (rund 1,9 Millionen Euro), der Bau eines verbesserten Pumpwerks in Steinkirchen mit Zuleitungen bis Braunsbach und Döttingen für rund drei Millionen Euro, die Fertigstellung der Sanierung der Burgenlandhalle (rund 2,6 Millionen Euro) sowie der Neubau des Feuerwehrmagazins für rund 1,65 Millionen Euro auf der Agenda. Finanziert wird das alles durch Zuschüsse, der obligatorische Eigenanteil der Gemeinde kommt aus der zwölf Millionen Euro schweren „Sonderlinie Braunsbach“ des Landes.

Zeitweise Sperrung der L 1036

Im Frühjahr wird das Regierungspräsidium Stuttgart außerdem ein Teilstück der Landestraße in Richtung Orlach sanieren. In dem betroffenen Bereich ist es zu Hangrutschungen gekommen. Verkehrsteilnehmer müssen sich dann wieder auf eine zeitweise Vollsperrung einstellen.

Bauarbeiten werden also wieder das Ortsbild prägen, wobei weitere Vollsperrungen der Ortsdurchfahrt nicht mehr zu erwarten sind. Doch es gibt auch wieder einiges zu feiern. Neben dem Pfingstmarkt, einer weiteren Sturzflut-Gedenkveranstaltung am Jahrestag sowie Festen nach Abschluss der Bauarbeiten in der Schlossstraße und in Steinkirchen steht vor allem ein Termin im Mittelpunkt: Am 14. Juni feiert nämlich die Kochertalbrücke ihren 40. Geburtstag. Das nimmt man zum Anlass für eine weitere Festivität im Kulturhaus Döttingen und dem Brückenmuseum. So viel darf schon verraten werden: „Wir wollen einen Bus-Shuttleservice für eine komplette Brückendurchquerung anbieten“, so der Bürgermeister (mehr dazu demnächst).

Zurzeit ruhen die Tiefbauarbeiten wetterbedingt. In der Burgenlandhalle laufen die Arbeiten aber weiter auf Hochtouren. Wenn diese abgeschlossen sind, Harsch geht von September aus, steht ein weiteres Fest an. „Die Arbeiten sind derartig umfangreich, dass von einer Verzögerung im eigentlichen Sinne nicht gesprochen werden kann“, sagt der Bürgermeister. Ursprünglich stand als Fertigstellungstermin nämlich Dezember vergangenen Jahres im Raum.

Das Mädchen kommt wieder

Doch auch kulturell wird einiges geboten sein. Die Theatergruppe plant zum Beispiel eine Wiederaufnahme von „Das Mädchen von Orlach“ vor. „Da steckt ja auch ein gewisser Aufwand dahinter“, erklärt Harsch. Außerdem sei das Stück 2018 mit vier ausverkauften Aufführungen mit rund 1500 Besuchern sehr erfolgreich gewesen. Im Rabbinatsmuseum wird auch gefeiert, nämlich das zehnjährige Bestehen am 10. Februar. Eigentlich, so Harsch, sei man ja schon im elften Jahr, die Feier habe man aber wegen zahlreicher Bauarbeiten vor der Haustür des Museums verschieben müssen.

Der Bürgermeister plant zudem die Veröffentlichung eines Buchs über die Sturzflut und die Zeit danach. „Ich schildere darin, wie ich das persönlich alles erlebt habe“, so Harsch. Geschrieben habe er schon alles, die Vorbereitung der Veröffentlichung laufe derzeit.

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