Großhandel Bauen für die Zukunft

Künzelsau / Heribert Lohr 05.09.2018
Mit Millioneninvestitionen wird bei Würth an dem neuen Logistikkonzept gearbeitet.

Wer dieser Tage in ­Hohenlohe-Franken unterwegs ist, hat bisweilen das Gefühl, von einer Würth-Baustelle zur nächsten zu fahren. Der Fortgang der Arbeiten mag sich ­zeitlich etwas unterscheiden, doch der massive Einsatz von Lkw, Baggern oder Kränen ist der weithin sichtbare Ausdruck davon, dass der Künzelsauer Handelskonzern in seiner Heimatregion derzeit wirklich „flächendeckend“ in seine Logistik investiert. Auffälligstes Beispiel ist derzeit der Bau des neuen Umschlaglagers im Gewerbepark Hohenlohe direkt an der A 6. Für 73 Millionen Euro wächst hier in den nächsten Monaten das europäische Drehkreuz für großvolumige Güter heran.

Gesamtkonzept

Mit dem Beginn der Erdarbeiten vor acht Wochen werden die Ausmaße des rund 600 Meter langen Gebäudes sichtbar. Schier endlos erscheint die Kette von Baumaschinen für die Grundarbeiten. Daneben nimmt sich der Ausbau der Logistik-Nutzfläche von Würth Elektronik eiSos  in Waldenburg für 25 Millionen Euro  fast schon bescheiden aus.  Dabei werden mit dem Bau von 4000 Quadratmetern Nutzfläche und einem voll­automatischen Shuttle-Lager auf 1300 Quadratmetern die bestehenden Lager-, Kommissionier- und Logistikflächen nahezu verdoppelt.

Doch das ist längst nicht alles. Weitere 130 Millionen Euro werden für den Ausbau von Würth Industrie Service in Bad Mergentheim veranschlagt, nachdem die Arbeiten am Zentrallager von Würth Elektronik Großhandel W.EG in Heilbronn (25 Millionen Euro) so gut wie abgeschlossen sind.

Ob elektronische Bauelemente, Werkzeuge, Schrauben oder Betriebsmittel. Die Neubauten sind dem generellen Anspruch geschuldet, die Kunden in aller Welt innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu versorgen. Dabei will Würth auch den unterschiedlichen Anforderungen in den einzelnen Branchen Rechnung tragen und schafft obendrein notwendige Reserveflächen, um das angedachte Wachstum abzusichern, das in Teilen mit rund zehn Prozent veranschlagt wird.

Beim Blick auf das Ganze mutet das laufende Engagement am Stammsitz in Gaisbach fast schon niedlich an. Gerade wird auf dem Gelände der Adolf Würth GmbH & Co. KG (AWKG) das Stahlgerippe für die Erweiterung des Palettenhochregallagers verkleidet. Mit der Vergrößerung werden die bestehenden drei vollautomatischen Regalbediengeräte im Versandzentrum Nord um vier Gassen erweitert. Geht alles nach Plan, ist im Dezember zusätzlicher Raum für 12 000 weitere Stellplätze geschaffen und rund 7,1 Millionen Euro sind ausgegeben. Insgesamt steht in Gaisbach künftig eine Lagerkapazität von 38 990 Paletten in vollautomatischen Lagern und weitere 63 010 Paletten in manuell bedienten Bereichen zur Verfügung. 31 Mitarbeiter kümmern sich um technische Belange, Gebäudetechnik und die Infrastruktur.­

Auch wenn der Ausbau der ­Lagerkapazitäten am Stammsitz die Dimensionen anderer Würth-Standorte aktuell nicht erreicht, so ist auch dieser Bau von strategischer Bedeutung. Logistik zählt auch im größten Einzelunternehmen des Konzerns „zur Kernkompetenz“. Die Erweiterung ist deshalb auch das Ergebnis einer langfristigen strategischen Ausrichtung der AWKG. Die Flächen dafür waren bereits beim Bau des Versandzentrums Nord im Jahr 1995 mitvorgesehen worden.

„Durch diese Erweiterung verbessern wir den Service für unsere Kunden weiter, da jetzt auf weitere Produkte bei der Kommissionierung zugegriffen werden kann, die bisher nicht in Gaisbach untergebracht waren“, erläutert Roland Schneider, Leiter Betriebstechnik und Projektleiter.

1,8

Milliarden Euro Umsatz machte die Adolf Würth GmbH & Co. KG (AWKG) im Geschäftsjahr 2017. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 7000 Mitarbeiter und bedient etwa
540 000 Kunden aus Handwerk
Bauwirtschaft und Industrie.

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