Zwischen den Jahren ist es kurzzeitig wieder etwas ruhiger geworden in Enslingen. Die umfangreichen Bauarbeiten, bei denen der Ortsbereich nördlich der Kochertalstraße über- wie unterirdisch saniert wird, pausieren während der kurzen Winterferien des dort tätigen Unternehmens Ebert. Es ist aber im vergangenen Jahr bereits weit gekommen: Auf rund 250 Metern wurden Schulgasse und Lindenweg aufgerissen.

Wasser- und Abwasserrohre wurden neu verlegt. „Noch kurz vor Weihnachten ist es gelungen, die Wasserleitungen mit dem Hochbehälter zusammenzu-­ schließen. So brauchte man keine Notversorgung mehr“, berichtet Klaus Gehring, der als Fachplaner für das Großprojekt zuständig ist.

Doch im Enslinger Untergrund wird nicht nur saniert. So könnten bald auch die Dachständer und mit ihnen die oberirdischen Stromleitungen von Haus zu Haus verschwinden. Die Haller Stadtwerke verlegen bei der Maßnahme gleich die dafür notwendigen Kabel in den Boden. „Außerdem werden gleich Lehrrohre für die Breitbandversorgung mit eingezogen“, erklärt Untermünkheims Bürgermeister Christoph Maschke.

Glaserfaser fürs schnelle Internet könnte damit nachträglich einfach – ohne die Straßen neu aufzugraben – bis in die Häuser eingeblasen werden, sobald das angegangen werden sollte. „Es wäre ein Fehler, das nicht auch gleich noch zu tun“, fügt er hinzu.

Das alles ist bereits erledigt. Auch eine Leitung, welche die Brunnen an der Kirche und an der Kochertalstraße wieder mit Quellwasser versorgen wird, ist installiert worden. Mit einer so- genannten HGT-Schicht wurde versucht, die Straße in der Übergangszeit wieder zu schließen. Sie hat einen Betonanteil, der zwei bis drei Tage aushärten muss. „Aber trotz Sperrung sind Autos darüber gefahren, sonst wäre sie bockelhart geworden“, so Maschke.

Als nächstes geht die Baufirma den Straßenbau und die Gehwege an. „Mitte nächster Woche geht es weiter“, verspricht Gehring. Sobald die Arbeiten dort beendet sind, gehe es an die Kirchstraße. Daran beteiligt sich, weil sie eine Kreisstraße ist, auch der Landkreis finanziell. Dafür fehlen aber rund 1,2 Millionen Euro vom Land. Die hätte es nämlich eigentlich als Zuschuss für den rund 1,5 Millionen Euro teuren Anteil für die Sanierung des Wasser- und Abwassernetzes geben sollen – wäre das Programm nicht überzeichnet gewesen. Deshalb wurde die Förderung nicht bewilligt.

Untermünkheim

Für die Straßen- und Wegeneugestaltung gab’s immerhin rund 430.000 Euro als Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und weitere 120.000 Euro aus dem Ausgleichsstock. So bleiben von den rund 2,5 Millionen Euro Gesamtkosten aber immer noch 1,95 Millionen Euro alleine an der Kommune hängen.

„Wir sind da auch noch einigermaßen im Rahmen“, sagt Gehring. Bisher gab es etwas Mehraushub und erhöhten Aufwand wegen Kabeln. Auch im weiteren Verlauf wird’s nicht einfach: Es geht eng zu, Gebäude stehen bis an die Straße.

1,2


Millionen Euro an Zuschüssen hätte die Gemeinde Untermünkheim für die Wasser- und Abwassermaßnahmen bekommen können. Doch das Förderprogramm war überzeichnet.