Ein Mann betritt am Dienstag kurz vor 12 Uhr die Filiale der Sparkasse Schwäbisch Hall im Teurershof. Er trägt laut Polizei eine Silikonmaske, die einem menschlichen Gesicht nachempfunden ist. Eine 47-jährige Bankmitarbeiterin ist gerade dabei, den Kassenabschluss zu machen, als plötzlich der Mann neben sie tritt und mit der Waffe herumfuchtelt. Der Täter gibt der Frau eine blaue Stofftasche und fordert sie auf, alle Geldscheine hineinzustecken. Der Täter spricht Deutsch mit osteuropäischem, vermutlich russischem Akzent.

Schwäbisch Hall

Inzwischen hat die Polizeifahndungsfotos veröffentlicht:

Schwäbisch Hall

Hubschrauber fliegt über Hall

„Der Mann raubte Bargeld im niedrigen fünfstelligen Bereich“, teilt die Polizei mit. Nach der Tat in der Filiale, die sich mitten in dem kleinen Zentrum des Teurershofs befindet, flüchtet der Räuber zu Fuß.

Die Polizei wird um 11.49 Uhr alarmiert. Alle verfügbaren Streifenwagen nehmen die Suche auf. Ein Hubschrauber kreist rund eine Stunde lang über Schwäbisch Hall. Mehrere Mitarbeiter des Kriminalkommissariats Schwäbisch Hall nehmen nach 12 Uhr ihre Arbeit auf. „Wir befragen die Anwohner“, berichtet einer von ihnen. Geschäftsleute werden interviewt, an Türen wird geklingelt. Wer hat etwas gesehen? Zwei Polizisten in weißen Overalls kommen aus der Bankfiliale heraus. „Wir untersuchen jetzt die Umgebung“, sagt einer der beiden Männer, die der Abteilung der Spurensicherung der Polizei angehören.

Sparkassenfiliale bleibt vorerst zu

Sparkassen-Vorstandsmitglied Michael Beck ist vor Ort. „Die Priorität liegt auf den Mitarbeitern. Um die kümmern wir uns“, sagt er. Nach der polizeilichen Vernehmung dürfen diese selbstverständlich nach Hause gehen. Ein solcher Überfall sei eine große Belastung, weiß Beck. „Wir bieten, falls das von den Mitarbeitern gewünscht wird, eine psychologische Beratung an.

Während der Täter weiter auf der Flucht ist, trifft sich der Vorstand der Sparkasse am Mittag zur Beratung. „Wir haben beschlossen, die Filiale noch nicht wieder zu öffnen“, sagt Beck. Sie wurde nun innerhalb von 13 Monaten zwei Mal überfallen. Kurios: Eigentlich seien Banküberfälle sehr selten. „Liegt das an der Lage der Filiale, oder welche Gründe hat das?“, will der Vorstand nun bankintern und mit Informationen der Polizei klären. Beck: „Vorher schicken wir keinen Mitarbeiter raus.“ Der Selbstbedienungsbereich mit den Bankautomaten bleibe selbstverständlich geöffnet.

Bereits am 4. Dezember 2017 wurde die Filiale überfallen. Obwohl der nicht maskierte Täter auf Fahndungsfotos klar zu erkennen war, wurde er nie geschnappt.

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Schwäbisch Hall/Obersontheim

Regenkapuze, DfB-Handschuhe und Silikonmaske


Die Polizei beschreibt den Täter als 1,65 bis 1,70 Meter groß. Er war schlank und von sportlicher Figur. Bekleidet war der Mann mit einer schwarzen Regenkapuze der Marke „Gore Bike Wear“. Darunter trug er eine schwarze Stoffmütze. Über dem Kopf hatte der Räuber eine menschliche, realistische Silikonmaske mit aufgemaltem Oberlippenbart und Augenbrauen. Zudem trug er eine Brille mit einem schwarzen Gestell. Der Täter war mit einer schwarzen Steppjacke bekleidet und trug schwarze Stoffhandschuhe. Auf beiden Handrücken ist das Emblem des Deutschen Fußballbundes mit vier Sternen aufgestickt, teilt die Polizei mit. Er trug eine blaue Jeans und schwarze Schuhe mit schwarzen Schnürsenkeln. Der Täter sprach Deutsch mit osteuropäischem, vermutlich russischem Akzent.

Zeugen, die vor oder nach der Tat eine verdächtige Person im Teurershof im Bereich der Stauferstraße gesehen haben, bittet die Polizei, sich zu melden. Sie fragt: Wo hat sich eine männliche Person eine Maske auf- oder abgezogen? Wer kennt eine Person, die im Besitz der genannten Kleidung ist? Hinweise nimmt die Kripo Hall unter der Telefon 07 91 / 40 00 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.