Waldfriedhof Bald Tierbestattungen in Schwäbisch Hall möglich

Hier entsteht der künftige Tierfriedhof im Streifleswald am Rande des Haller Waldfriedhofs in Schwäbisch Hall.
Hier entsteht der künftige Tierfriedhof im Streifleswald am Rande des Haller Waldfriedhofs in Schwäbisch Hall. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / thumi 01.09.2018
Die Stadt richtet ein Grabfeld am Rande des Streifleswald ein. Nun muss der Gemeinderat unter anderem die Gebühren beschließen. Danach wird der Tierfriedhof eröffnet.

Die Stadt Hall machte Ende 2017 bundesweit Schlagzeilen, weil am Waldfriedhof das erste Tierkrematorium in Deutschland eröffnet wurde. Die Familie Lutz, die nebenan bereits seit einigen Jahren ein reguläres Krematorium betreibt, hat rund 2,5 Millionen Euro in das Projekt investiert und eine Marktlücke für Tierliebhaber geschlossen.

Gewicht bis 30 Kilo

Nun zieht die Stadt Schwäbisch Hall nach. In unmittelbarer Nähe wird derzeit ein Tierfriedhof gebaut. Auf einem separaten Grabfeld sollen künftig Haustiere wie Hunde, Katzen, Hamster, Kaninchen und Vögel bis zu einem Maximalgewicht von 30 Kilogramm bestattet oder per Urne beigesetzt werden können, teilt die städtische Sprecherin Franziska Hof auf Nachfrage mit.

Ihre letzte Ruhe finden sollen die Haustiere entweder in Rasengräbern, Reihen- und Wahlgräbern oder in anonymen Gräbern. „Auf einer nahe gelegenen Blumenwiese werden Trauernde die Möglichkeit erhalten, die Asche ihrer verstorbenen Haustiere zu verstreuen“, so Reinhard Häberlein, Abteilungsleiter des städtischen Eigenbetriebs. Schon ab Herbst sollen die Tierbesitzer die Möglichkeit bekommen, ihren gefiederten und pelzigen Freunden „eine würdevolle letzte Ruhe zu geben“, schreibt Hof.

Vor knapp einem Jahr hatte der Gemeinderat den städtischen Eigenbetrieb Friedhof damit beauftragt, im Streifleswald den Tierfriedhof zu errichten. Auf einer ungenutzten Teilfläche des Areals, die sich links vom öffentlichen Parkplatz des Friedhofs in Richtung Streifleswaldhütte befindet, entsteht die tierische Ruhestätte.

Projekt kostet 25 000 Euro

Bisher wurden im Auftrag der Schwäbisch Haller Friedhofsverwaltung Erdarbeiten erledigt und ein Rasen eingesät. „Die geschotterten Wege und Zuwege sind angelegt. Ein Wasseranschluss für die Bewässerung der Gräber ist ebenfalls vorhanden“, so Häberlein. Ein Zugang werde noch ausgeschildert. Insgesamt summieren sich die Kosten für die Erschließung auf rund 25 000 Euro. Allerdings, so teilt Hof auf Nachfrage weiter mit, seien einige Punkte noch nicht geklärt, insbesondere, was Tierfriedhofsordnung sowie Gebühren anbelangt. Hierüber müsse der Gemeinderat befinden, der noch in der Sommerpause ist. Sobald der Rat die Bedingungen beschlossen hat, könne der Tierfriedhof in Betrieb gehen.

Bereits 2002 diskutiert

Die Stadt Schwäbisch Hall reagiere mit diesem Service auf die wachsende Nachfrage nach Tierbestattungen. Auch das nahe gelegene Tierkrematorium sehe einen großen Bedarf. Im Umkreis von 40 Kilometern gebe es kein vergleichbares Angebot.

Anderenorts, etwa in München, gibt es bereits seit 2004 einen Tierfriedhof. Auch in Hall war bereits 2002 auf Anregung des damaligen Stadtrats Reiner Blobel die Einrichtung einer solchen Anlage am Streifleswald debattiert worden. Es sollte letztlich 16 Jahre dauern, bis das Projekt umgesetzt wird.

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