S21 Bahn fährt Stuttgart-21-Erdmaterial zum Michelbacher Steinbruch Wilhelmsglück

Der Steinbruch Wilhelmsglück ist seit Dienstag eine der 40 Lagerstätten für Stuttgart-21-Erdaushub. Die Gemeinde Michelbach befürchtet eine Lärmbelästigung für die Anwohner durch das Umladen der Container.
Der Steinbruch Wilhelmsglück ist seit Dienstag eine der 40 Lagerstätten für Stuttgart-21-Erdaushub. Die Gemeinde Michelbach befürchtet eine Lärmbelästigung für die Anwohner durch das Umladen der Container. © Foto: Ballonteam Höfer
Michelbach / SIGRID BAUER 03.07.2014
Seit Dienstag transportiert die Bahn den Aushub nach Wilhelmsglück, zunächst nur mit einem Zug täglich. Das Material kommt dort auf LKW, die in den Steinbruch fahren. Bisher funktioniert das reibungslos.

Mit 40 vollbeladenen Containern ist der erste Zug aus dem Stuttgarter Nordbahnhof am Montagabend losgefahren. Da die Züge aus Lärmschutzgründen erst ab 7 Uhr morgens im Bahnhof Wilhelmsglück - einmal müssen sie dort rangieren - eintreffen dürfen, blieb er über Nacht auf einem Abstellgleis in Crailsheim stehen. "Gegen 7.30 Uhr ist er dann von unserem Vertragsunternehmen Leonhard Weiss übernommen worden", berichtet Reinhold Willing aus dem Stuttgart-21-Kommunikationsbüro der Bahn. Die Baufirma aus Satteldorf lädt die Container vom Zug auf LKW, die das Material im Steinbruch auskippen.

Und wie sieht es mit dem Lärm dadurch aus? Für die Michelbacher Bürger sei davon mit Sicherheit nichts zu hören, meint Harald Schäfer von Leonhard Weiss. Auch eine Belästigung durch das Umladen der Container könne er sich nicht vorstellen. Gegen Staub werde man mit Bewässerung und Berieselung vorgehen. "Bisher war das aber nicht nötig", so Schneider. Circa sieben Stunden sind zwei LKW-Fahrer mit dem Ab- und Wiederaufladen der 40 Container beschäftigt.

Zug fährt um 21.30 Uhr mit den leeren Containern zurück

Eigentlich hatte die Bahn schon Anfang Juni mit dem Transport der Erdmassen nach Michelbach beginnen wollen. Doch das Material sei nicht für den Steinbruch geeignet gewesen, erklärt der Sprecher der Bahn. Es müsse mit seiner geologischen Zusammensetzung in den Steinbruch passen. Wilhelmsglück ist nur eine von über 40 Anlagen, wohin der Abraum aus der riesigen Stuttgart-21-Baustelle gebracht wird. Die Bahn rechnet mit insgesamt 8 Millionen Tonnen.

"Die meisten Anlagen sind in Baden-Württemberg, einige auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt", so die Information aus Stuttgart. Die Massen, die zurzeit abgefahren werden, stammen aus dem Aufbau der Baulogistik (Baulogistikstraßen, zentrale Baulogistikfläche am Nordbahnhof) und aus dem Tunnelvortrieb des Cannstatter Tunnels, heißt es in einer Pressemitteilung der Bahn. Fürs Erste kommt nur ein Zug täglich aus Stuttgart. Das liegt daran, dass die Bahn momentan nur eine Trasse zur Verfügung hat. Zurück fährt der Zug mit den leeren Containern erst gegen 21.30 Uhr. "Der Zug muss ja in den normalen Zugtakt eingepasst werden, das geht erst abends", erklärt Willing.

Ab wann die Bahn den zweiten Zug einsetzt, ist noch unklar. Mehr Züge pro Tag hat das Haller Landratsamt als Genehmigungsbehörde nicht erlaubt. Zwei Züge mit insgesamt 80 Containern dürfen jeden Werktag jeweils rund 1000 Tonnen Erde und Gestein anliefern. Das bedeutet, dass 160 LKW-Fahrten in und aus dem Steinbruch heraus nötig sind. Nach jetziger Einschätzung der Bahn wird bis 2019, wenn der Rohbau von Stuttgart-21 steht, Abraum aus Stuttgart nach Michelbach gebracht. In der Bauhochphase will die Bahn neben den beiden täglichen Zügen Richtung Hall bis zu einem Dutzend Züge mit Abraum abfertigen.

Michelbachs Bürgermeister Werner Dörr hat sich vor Ort umgesehen. "Jetzt ist das ja erst eine abgespeckte Version, das müssen wir erst einmal anlaufen lassen", stellt er zu dem einen täglichen Zug fest. Beschwerden von Bürgern seien bisher nicht gekommen, meint er und hofft, dass es weiterhin keine Probleme geben wird.

80 Mal rein, 80 Mal raus

Genehmigung Zwischen 7 und 18 Uhr dürfen Container vom Zug auf LKW und von LKW auf den Zug verladen und die Container im Steinbruch entleert werden. Insgesamt sind maximal zwei Containerzüge (40 Container pro Zug) mit jeweils maximal 1000 Tonnen Material pro Tag eingeplant. Das bedeutet, dass höchstens 160 LKW-Bewegungen (80 in den Steinbruch, 80 aus dem Steinbruch) ablaufen.

SWP

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