Zur Bilanz der Vorstände gab es seitens der Mitglieder keine Kommentare, nur die einstimmige Entlastung - wohl nach dem Hohenloher Prinzip "nix gsagt isch gnuch globt". Bei einem Jahresumsatz von 45 Millionen und einem Gewinn nach Steuern von 413362 Euro, das wieder eine leichte Steigerung zum Vorjahr darstellt, gibt es ja auch nichts zu meckern.

Wichtiger noch als die Gewinnmaximierung der Erzeugergemeinschaft ist den Bauern ein fairer Preis für ihre Produkte und dass ihre Höfe "eine gute und zukunftsfähige wirtschaftliche Grundlage haben", weiß Rudolf Bühler. Die überdurchschnittlichen Auszahlungspreise für Ferkel, Schlachtschweine und Milch, die in die Dorfkäserei Geifertshofen geht, belegte er mit Zahlen. Gab die Landesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft in Schwäbisch Gmünd den Preis für die 100er-Gruppe Ferkel (25 Kilogramm) für 2014 mit 32 Euro an, so zahlte die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) ihren Mitgliedsbetrieben 54 Euro. 2013 wurden die Preise noch mit 51,90 Euro und 65,40 bei der BESH angegeben.

Der konventionelle Schweinepreis lag im ersten Quartal 2015 bei 1,28 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht und reicht bei der BESH von 1,42 Euro für Schweine aus dem Hohenloher Programm, 1,70 Euro für das Schwäbisch-Hällische Landschwein und über drei Euro für Bio-, Demeter- und Eichelmastschweine (3,50 Euro).

In Geifertshofen liegt der Milchpreis bei 62 Cent im Winter und 56 Cent im Sommer, während konventionelle Milcherzeuger mit 24 Cent Grundpreis auskommen müssen. Damit koste ein Liter Milch weniger als ein Liter Wasser, klagte Bühler: "Ein Ferkel oder ein Doppelzentner Weizen reichen nicht einmal, um eine Handwerkerstunde zu bezahlen." Noch in der vergangenen Generation habe der Landwirt mit einem Ferkel einen ganzen Wochenlohn, früher sogar einen Arbeiter den ganzen Monat bezahlen können.

Umso wichtiger sei deshalb die genossenschaftliche Selbsthilfe der Bauern geworden, sagte Bühler, was sich bei der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft in Zahlen niederschlägt: "1461 bäuerliche Mitgliedsbetriebe in der Region, neun mehr als im Vorjahr." Darunter sind 475 Biobetriebe und 95 Demeterhöfe. Die Zahl der Stammkunden - meist Metzgereien - sei auf über 800 angestiegen.

Neu in der BESH-Gruppe ist nicht nur die vor dem Konkurs gerettete Dorfkäserei Geifertshofen, sondern auch die Wurstmanufaktur samt Kuttelei, in der Mägen und Därme aufbereitet statt entsorgt werden. "Zum Bau der Wurstmanufaktur gab es vom Land Baden-Württemberg 25 Prozent Investitionsbeihilfe", berichtete der Vorsitzende, "als wir für vier Millionen den Regionalmarkt gebaut haben, mussten wir ohne Beihilfe der damaligen Landesregierung auskommen." Abschließend wurden die Mitglieder des Aufsichtsrats einstimmig in ihren Ämtern bestätigt: Vorsitzender Dieter Hofmann sowie Klaus Süpple, Alexander Schneider, Robert Westphal und René König.