Schwäbisch Hall Dolan Beats: Spektakel zwischen Containern

Schwäbisch Hall / Oliver Färber 19.06.2018
4500 Feierwütige kommen zur Premiere des Dolan Beats Festival auf das Gelände der Kantine 26 in den Haller Solpark. Cuebrick, Moestwanted und andere DJs heizen unter der knallenden Sonne ein.

Geduld gehört zum Partymachen. Das bemerkt das fast durchweg sehr junge Publikum, das am Samstagnachmittag zum „Dolan Beats Festival“ strömt. Wenn aber gleichzeitig mehrere tausend Menschen auf ein Gelände möchten und dabei auf die Sicherheit geachtet werden soll, dann bilden sich eben lange Schlangen am Eingang. Im Haller Solpark reichen sie zeitweise vom Kantine-26-Areal bis zum Kreisel am Europaplatz.

Aber auch abseits der langen Schlange bilden sich im Solpark viele Grüppchen von jungen Feierwütigen, die ordentlich vorglühen. Sie hinterlassen etliche leere Flaschen, unter anderem auf der Alfred-Leikam-Straße.

So ist es kein Wunder, dass die ehrenamtlichen Helfer der Bereitschaft Schwäbisch Hall des Deutschen Roten Kreuz, die vorsorglich vor Ort sind, schon früh alle Hände voll zu tun haben. Vor allem sind es junge Frauen, bei denen Alkohol, die brennende Sonne und schlechte Konstitution dafür sorgen, dass es ihnen die Beine wegzieht. So ist für manche schon gegen 17 Uhr das langersehnte Festival zu Ende.

Das sind aber nur Einzelfälle beim Großereignis, das weitestgehend friedlich gefeiert wird. Daher hat gegen 16.30 Uhr Veranstalter Rainer Scholz allen Grund zur Freude, als er verkünden kann, dass das Dolan Beats Festival ausverkauft ist. Rund 4500 Gäste sind auf dem Open-Air-Gelände. Erste Bedenken, es könne an Electrofans mangeln, sind damit aufgelöst. „Das Wetter ist eben echt wichtig“, weiß der Fachmann. Weil das Anfang der Woche nicht optimal war, seien die Karten zunächst nur zögerlich über die Ladentheke gegangen. „Trotzdem bin ich zufrieden mit dem Vorverkauf“, fügt er hinzu.

Denn trotz der vielen Besucher auch einen Gewinn einzufahren, das sei nicht unbedingt so einfach. Zum einen sei viel in die Sicherheit beim Festival investiert worden. Zum anderen stecke viel Geld – für alle Gäste sichtbar – in neuer Infrastruktur. „Wir wollen den Leuten schließlich auch etwas bieten“, so Scholz. Unter anderem sind mehrere große Schiffscontainer aufgebaut, die das Festivalgelände als Kulisse umrahmen. Auch habe die Kantine jede Menge in die DJs investiert, die auf zwei Bühnen die Menge in ihren Bann ziehen. Darunter sind neben dem Headliner Cuebrick auch der gebürtige Haller DJ und Initiator des Festivals, Moestwanted alias Moritz Biedenbach. Rund 150 Mitarbeiter inklusive den Sicherheitskräften sind im Einsatz.

Etwas aus der Menge sticht Siegfried Kienle. Der 70-Jährige ist allerdings auch nicht gekommen, weil er Electrofan ist. Der Haller Architekt hat sich um die Container gekümmert, aus denen bewirtschaftet wird – und die für ein besonderes Ambiente sorgen. Sichtlich beeindruckt ist er, wie viele Menschen zum Festival erschienen sind und wie sie Party machen.

Betty Laubner gehört dazu. Die 21-Jährige war schon damals dabei, als sich 2015 mit Hypercat das Open Air einen Namen in der Electroszene gemacht hat. „Jetzt ist es noch viel besser geworden“, findet sie. Die Fahrt von Heidelberg und eine Übernachtung in Hall nimmt sie dazu gern in Kauf. „Und mittlerweile ist auch mein Freundeskreis dabei“, fügt sie hinzu. Besonders gefällt ihr auch die Bühnenshow mit Pyrotechnik. „Doof war nur die Wartezeit am Eingang. Aber das gehört dazu“, zeigt sie Verständnis.

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