Schwäbisch Hall Austauschschülerin Beam Duangkangtai aus Thailand lebt für zehn Monate in Hall

Beam Duangkangtai fühlt sich wohl in Schwäbisch Hall - und das, obwohl sie erst seit zwei Monaten hier lebt. Acht weitere Monate wird sie bleiben.
Beam Duangkangtai fühlt sich wohl in Schwäbisch Hall - und das, obwohl sie erst seit zwei Monaten hier lebt. Acht weitere Monate wird sie bleiben. © Foto: Uuk Arslan
Schwäbisch Hall / CHARLOTTE WAGNER 03.11.2014
Der Traum, ein Jahr lang fern von zu Hause zu verbringen und in ein fremdes Land einzutauchen - für Beam Duangkangtai ist er wahr geworden. Seit zwei Monaten lebt die 17-Jährige aus Thailand in Hall.

HT: Hallo, liebe Beam.

BEAM DUANGKANGTAI: Sa Waad Dee Kaa. Das heißt Guten Tag.

Du lebst seit September in Hall. Wie sind deine ersten Eindrücke?

Zu Beginn war ich etwas überfordert mit der neuen Situation. Aber ich habe mich gut an die neue Familie gewöhnt, da ich herzlich empfangen wurde. Trotz allem musste ich mich damit abfinden, wenig zu verstehen, da ich in Thailand nur kurz Deutsch lernen konnte. Außerdem gehe ich zur Schule, aufs Gymnasium bei St. Michael in die Klasse 10a. Zuerst war es schwer, die Leute einzuschätzen und kennen zu lernen, aber mittlerweile fühle ich mich wohl und die Schule macht mir sogar Spaß.

Gibt es Unterschiede zwischen deiner Schule in Thailand und dem System hier? Welches gefällt dir besser?

Es gibt sehr große Unterschiede. Zum Beispiel müssen wir in Thailand - ich komme aus dem Osten - eine Uniform tragen. Das finde ich besser, weil ich so nicht jeden Morgen überlegen muss, was ich anziehe. Außerdem denke ich, dass deutsche Schüler viel mehr Freiheiten haben. Sie werden nach ihren Talenten gefördert, dürfen mehr Fragen stellen und haben ein besseres Verhältnis zu ihren Lehrern. In Thailand geht es strenger zu. Ganz ehrlich: Ich möchte lieber in Deutschland Abitur machen als in Thailand. Jedoch ist das keine Thema mehr für mich, weil ich in einem halben Jahr in Thailand meinen Abschluss mache und dann studieren möchte.

Das klingt, als könntest du dir vorstellen, in Deutschland zu leben.

Auf jeden Fall! Komischerweise habe ich mich schon nach zwei Monaten sehr gut eingelebt und fühle mich in Schwäbisch Hall total wohl. Nach der Schule möchte ich gerne Kunst studieren, womöglich hier in Deutschland. Das System hier ist einfacher und die Kosten niedriger. Zunächst werde ich Deutsch lernen müssen, und dafür arbeite ich auch an meinen Sprachkenntnissen.

Gibt es auch Dinge, die du vermisst?

Das Essen, ganz klar! Das ist total anders. Zum einen benutzen wir Essstäbchen, essen also mehr Nudeln und Reis und nicht so viele Kartoffeln. Die mag ich zwar sehr, trotzdem fehlt mir einiges. Das frische Obst und Gemüse von den Straßenmärkten zum Beispiel, die es bei uns an jeder Ecke gibt. Außerdem vermisse ich es, sonntags einkaufen zu gehen. Hier ist alles geschlossen und dadurch langweile ich mich etwas an den Wochenenden. Am meisten vermisse ich aber meine Freunde. Wir haben zwar viel Kontakt, aber sieben Stunden Zeitunterschied machen es ziemlich schwer.

Hast du eine Austauschorganisation, die dich unterstützt?

Ja, sie heißt "AFS interkulturelle Begegnungen" und betreut im Kreis Schwäbisch Hall noch mehr Schüler aus unterschiedlichen Ländern: Von Serbien über die USA bis Chile - wir sind eine bunt gemischte Truppe und unternehmen einiges, zum Beispiel besuchen wir zusammen einen Deutschkurs. Ich bin im zehnmonatigen Austauschprogramm, bleibe also noch acht Monate in Deutschland. Die Organisation hat mir außerdem meine Gastfamilie vermittelt.

Welche Pläne hast du noch für die nächsten Monate?

Ich werde mit meiner Gastfamilie Weihnachten in München feiern. Das ist für mich etwas Neues, da die meisten Menschen in Thailand als Buddhisten kein Weihnachten feiern. Außerdem möchte ich Schnee sehen und Schlitten fahren, das stelle ich mir total lustig vor.

Die Fragen stellte Charlotte Wagner.

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