Schwäbisch Hall Ausstellung in Hall zum Thema Armut

Auge in Auge mit dem Gesicht der Armut: Harald Birck stellt seine markanten Büsten auf Sockel.
Auge in Auge mit dem Gesicht der Armut: Harald Birck stellt seine markanten Büsten auf Sockel. © Foto: Andreas Dehne
Schwäbisch Hall / ANDREAS DEHNE 07.05.2015
Die Wanderausstellung "Kunst trotz(t) Armut" war seit 2007 in mehr als 35 Städten zu sehen. Zahlreiche Künstler setzen sich mit Armut und Ausgrenzung auseinander. Teile der Schau sind jetzt in Hall zu sehen.

Die Ausstellung wurde im Jahr 2007 von der evangelischen Obdachlosenhilfe initiiert. Sie umfasst mehr als 140 Exponate von mehr als 35 Künstlern, die sich mit den Themen Armut, Obdachlosigkeit und soziale Ausgrenzung auseinandersetzen - darunter Joseph Beuys, in Hall mit zwei Exponaten und drei Plakaten vertreten, und Klaus Staeck. In Hall ist mit mehr als 100 Exponaten ein Großteil der Schau zu sehen.

Bei der Vernissage philosophierte der eigentlich für das musikalische Rahmenprogramm engagierte "Zupfgeigenhansel" Erich Schmeckenbecher vor etwa 90 Besuchern im Hällisch-Fränkischen Museum (HFM). "Wie hoch ist oben und unten wie tief?", lautet der Refrain seines ersten Liedes, bevor er mit dem Titel "Ein stolzes Schiff" an die Zeiten erinnert, in denen die Deutschen in Massen nach Amerika geflohen sind. "Jetzt kommen die Schiffe zurück - über das Mittelmeer."

Oberbürgermeister Hermann-Joseph Pelgrim äußerte sich ähnlich: "Armut gibt es auch bei uns, und die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist gar nicht einfach." Ob es die Bettler im Stadtbild seien, die das Thema in einem öffentlichen Rahmen repräsentieren oder die zahlreichen Klagen bei seinen Bürgersprechstunden über zu wenig bezahlbaren Wohnraum.

Zur Eröffnung führt Kurator Andreas Pitz, der die Schau zusammengestellt hat, durch die Ausstellung. Diese wurde von einer Gruppe von Initiativen nach Hall geholt. Wohlfahrtsverbände, die Stadt Hall und das HFM gehören dazu. Einer der ausstellenden Künstler war am Eröffnungsabend anwesend: Harald Birck aus Berlin, der seine markanten, aufgerissenen und rauen, in Ton gearbeiteten Büsten von Obdachlosen dominant auf den Sockel stellt, um sie dem Betrachter "Auge in Auge" gegenüberzustellen.

Die Exponate der facettenreichen Annäherung an das bedrückende Thema Armut sprechen für sich.