Schwäbisch Hall Ausstellung "Was bleibt" in St. Michael:"Saat und Dung" für andere sein

In der Kirche St. Michael ist die Austellung "Was bleibt" zu sehen. Geöffnet ist sie noch bis zum 28. Oktober.
In der Kirche St. Michael ist die Austellung "Was bleibt" zu sehen. Geöffnet ist sie noch bis zum 28. Oktober. © Foto: Traugott Hascher
Schwäbisch Hall / TRAUGOTT HASCHER 07.10.2015
Ein Erntedankgottesdienst verbindet sich auf natürliche Weise mit einer Ausstellungseröffnung in der Kirche St. Michael. Bis zum 28. Oktober sind bei "Was bleibt" mehrere Stelen im Chor zu sehen.

Auf dem Weg nach St. Michael vernimmt Pfarrer Hans-Joachim Lenke am Sonntag im Radio eine Aussage eines Landwirtes zur Bedeutung von Erntedank. In Lenkes Predigt findet sich diese Aussage als roter Faden wieder: "Ernten ist ein erhebendes Gefühl." Selbstbezogenheit sei bei allem Erfolg allerdings der falsche Weg, so der Diak-Chef. Der Dank an Gott dürfe nicht fehlen. Kommunikation mit Gott quasi. Die Freude guter Ernte, guten Erfolgs mit anderen teilen. Das ist im Grunde die Botschaft der im Anschluss des Gottesdienstes eröffneten Ausstellung "Was bleibt".

"Unsere Ausstellung will zur Kommunikation einladen. Sie werden in dieser Ausstellung Menschen begegnen, die ihre eigenen Schatzkisten gefüllt haben", sagt Katrin Stegmüller von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zu den Gästen im Chorraum der Michaelskirche. Sechs Stelen sind dort aufgebaut. Es ist nicht viel, aber sie regen zum Nachdenken an.

Stelen bis 28. Oktober im Chorraum zu sehen

Was ist mir wichtig? So wichtig, dass ich es weitergeben möchte? Weitergeben, schenken, stiften und vererben: Das ist der Grundton der bis 28. Oktober geöffneten Ausstellung. Auch Banner von vier Stiftungen sind bei der Ausstellungseröffnung zu sehen: Diakoniestiftung im Landkreis Hall, Stiftung Sonnenhof, Diak-Stiftung und kirchliche Stiftung Armut in Hohenlohe.

Die CDU-Europaabgeordnete Inge Gräßle bekennt sich in ihrem Grußwort als Fürsprecherin der Diakoniestiftungen im Haller Landkreis. "Saat und Dung" für andere zu sein, anderen vom Eigenen einen Teil zu geben, darin bestehe der Sinn des Lebens.

Katrin Stegmüller hat auch ein Stück Berliner Mauer mitgebracht, das sie eigens im Frühjahr 1990 herausgeschlagen hat. "Wenn Menschen miteinander kommunizieren, dann werden sie keine Mauern um sich herum mehr brauchen", sagt sie mit Blick auf die "Mauern in den Köpfen".

"Ich kann Ihnen kaum sagen, wie ich mich freue, dass die Veranstaltung nun begonnen hat", bringt der Koordinator der Ausstellung, Wolfgang Engel, strahlend zum Ausdruck. "Ernten ist eben ein erhebendes Gefühl." Ein verantwortungsvoller Umgang mit seinem eigenen Hab und Gut - anderen Menschen das Ernten ermöglichen - könnte dieses Gefühl vollkommen machen. Und das bliebe dann über den eigenen Tod hinaus.

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