Künzelsau Ausstellung "Hauptstadt der Weltmarktführer" im Stadtmuseum

Erinnerungen an die Nachkriegszeit wurden bei Wolfgang von Stetten, Reinhold und Carmen Würth (von links) wach.
Erinnerungen an die Nachkriegszeit wurden bei Wolfgang von Stetten, Reinhold und Carmen Würth (von links) wach. © Foto: Thomas Zimmermann
Künzelsau / THOMAS ZIMMERMANN 07.10.2015
Mit der jetzt eröffneten Ausstellung "Hauptstadt der Weltmarktführer" im Stadtmuseum Künzelsau zeigen Unternehmer Flagge.

Die Kreisstadt des Hohenlohekreises demonstriert Selbstbewusstsein. In Zeiten, in denen der Krankenhausstandort wackelt und die Polizeidirektion geschlossen wurde, betont die Stadt umso lauter ihre Bedeutung als Wirtschaftsstandort. So platzte das Stadtmuseum aus allen Nähten, als am Donnerstagabend die Ausstellung "Künzelsau - Hauptstadt der Weltmarktführer" eröffnet wurde. Und es war alles da, was Rang und Namen hat: Von Reinhold Würth, Albert Berner, Helmut Sigloch bis hin zu Ralf Sturm. "Wir sind stolz auf unsere Weltmarktführer", begrüßt Bürgermeister Stefan Neumann die Gäste vor dem Museum. Denn in den relativ kleinen Räumen des denkmalgeschützten Gebäudes hätten längst nicht alle Menschen Platz gefunden.

Deshalb ging der anschließende Rundgang auch eher in Etappen vor sich. Das schadete der Veranstaltung aber keineswegs - im Gegenteil: Es wurde gefachsimpelt, alte Geschichten erzählt, ein Glas Wein getrunken und die eine oder andere Brezel gegessen. Und es wurde anhand der Schautafeln, der Filme und der ausgestellten Exponate deutlich, über welche enorme Wirtschaftskraft die Stadt Künzelsau verfügt. Würth, Ziehl-Abegg, Sigloch, Berner, EBM-Papst und R. Stahl sind nur einige der herausragenden Firmengründer, die in Künzelsau angesiedelt sind oder aus der Kocherstadt hervorgingen.

Unternehmer zeigen Flagge

"Hauptstadt der Weltmarktführer klingt ein wenig hochtrabend, aber das ist die Realität", betont Stadtarchivar Stefan Kraut selbstbewusst. Tatsächlich ist nach einer Studie die Stadt Künzelsau, bezogen auf ihre Einwohnerzahl, die Stadt mit den meisten Weltmarktführern. Der Grundstein dafür sei bereits vor Jahrhunderten gelegt worden, meint Stefan Kraut. "Die aktuellen Professoren und Doktores Würth, Sigloch, Berner und von Stetten bilden nur die Spitze des Eisbergs", sagt der Stadtarchivar.

Kraut hatte mit der Ausstellung aus der Not des engen Stadtmuseums eine Tugend gemacht. So ermöglichen drehbare Schautafeln es, platzsparend die historische Entwicklung des Wirtschaftsstandorts aufzuzeigen. Die Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1580. "Ich finde es schön, dass diese Pionierzeiten bildlich festgehalten wurden", freut sich Albert Berner beim Rundgang. Für Reinhold Würth sind in der Ausstellung "bleibende Erinnerungen zu sehen, die sehr schön präsentiert werden".

"Auf die Tradition und auf den aktuellen Erfolg können wir stolz sein", betont Frieder Uebele, Geschäftsführer der Firma Breuninger, die es seit 163 Jahren in Künzelsau gibt. Für Verena Löhlein-Ehrler ist vor allem die Vielfalt bemerkenswert. "Es ist sehr beeindruckend, die Bandbreite der Firmen zu sehen. Da fühlt man sich als Künzelsauer wohl und hat Lust auf die Zukunft", sagt die Stadträtin.

Info Die Ausstellung im Stadtmuseum ist von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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