Braunsbach Aufräumarbeiten an der Grimmbachbrücke laufen weiter

Die Brüstung an der Grimmbachbrücke ist fast fertig. Polier Ben Brenner (Mitte) nimmt mit dem Zollstock Maß, um einen passenden Stein zu finden.
Die Brüstung an der Grimmbachbrücke ist fast fertig. Polier Ben Brenner (Mitte) nimmt mit dem Zollstock Maß, um einen passenden Stein zu finden. © Foto: Norbert Acker
Braunsbach / NORBERT ACKER 15.07.2016
Das Gebiet um die Grimmbachbrücke verändert sich tagtäglich. Die Brücke der Landesstraße ist fast wiederhergestellt, die Holzberge verschwinden langsam.

Mitarbeiter der Firma Awus Bau aus Aalen stehen auf der Grimmbachbrücke. Sie bauen dort die Brüstung wieder auf. Das ist aber ein nicht ganz einfaches Unterfangen. „Der Stein passt ja wieder nicht“, sagt Polier Ben Brenner. Er geht ein paar Meter weiter, wo weitere Natursteine der Brüstung, die beim Unwetter des 29. Mai weggespült worden sind, liegen. „Das ist ein richtiges Puzzle-Spiel“, sagt Brenner, der seit dem 20. Juni im Bereich des Grimmbachs im Einsatz ist. Nicht durchgehend: Er und seine Männer waren auch in Langenburg und in Bächlingen im Einsatz.

In dem Areal kurz vor Braunsbach haben die Arbeiter schon viel geschafft. Im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart, das für die Landesstraßen zuständig ist, ist der Lauf des Grimmbachs vor und hinter der Brücke wieder aufgefüllt und befestigt worden. Auf beiden Seiten im Brückenbereich sind die Mauern aus Naturstein neu gesetzt worden. Die schwer beschädigte Fahrradbrücke, die parallel der Landesstraßenbrücke verlief, ist entfernt worden. „Jetzt sind wir an der Brüstung dran“, sagt Brenner. Die massive Steinbrücke selbst habe fast nichts abgekriegt, der Durchlauf für den Grimmbach ist wieder frei. Allerdings fließe ein Großteil des Wassers noch durch den Fahrradtunnel – so, wie sich der Bach am 29. Mai eben seinen neuen Weg gesucht hat.

„Es ist echt unglaublich, wie viel sich hier im Bereich getan hat“, sagt Brenner und zeigt auf die Holzberge, die hinter der Brücke lagern. Mitarbeiter einer Spezialfirma sind damit beschäftigt, das Holz zu häckseln. Regelmäßig kommen LKW an, die mit zerkleinertem Holz beladen werden. Es liegen zwar immer noch Tonnen von Baumstämmen, Ästen und Geröll auf großen Haufen zusammen, aber es wird Tag für Tag weniger.

„Wie lange wir noch brauchen, kann ich nicht sagen“, beantwortet Brenner eine Frage von Hermann Schöll, der dazugekommen ist. Der Ingenieur ist als Planer für den Schadensdistrikt 1 zuständig, das Grimmbach-Areal gehört dazu. Schöll macht sich ein Bild von den Schäden, die der Gemeinde Braunsbach in dem Bereich entstanden sind. Dazu zählen der Radweg und die dazugehörige Brücke. „Vorsichtig geschätzt würde ich sagen, dass das noch mal 300.000 Euro sind“, meint Schöll. Die Stahlteile der Brücke könne man unter Umständen wiederverwenden: „Ich muss mir das aber noch genauer anschauen.“

Derweil haben die Awus-Männer ein passendes Stück der Brüstung ausfindig gemacht. Es wird mit dem Bagger angehoben, angepasst und direkt vermörtelt. Im Hintergrund lärmt die riesige Häckselmaschine, der Grimmbach fließt währenddessen friedlich gen Kocher.

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