Weltmarktführer Auf der Suche nach Klarheit

Roboter und Mensch reichen sich die Hand. Die Innovationsführerschaft ist ein wesentliches Merkmal eines Weltmarktführers.
Roboter und Mensch reichen sich die Hand. Die Innovationsführerschaft ist ein wesentliches Merkmal eines Weltmarktführers. © Foto: dpa
Schwäbisch Hall / Jürgen Stegmaier 10.01.2018
Durch einen objektiven und transparenten Auswahlprozess soll ein neuer Index entstehen. Daran arbeitet Walter Dörings Akademie mit. Erste Ergebnisse liegen vor.

In die Liste soll sich kein Unternehmen einkaufen können. Vielmehr sollen nachvollziehbare und transparent gemachte Kriterien Aufschluss darüber geben, welche Betriebe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Spitzenstellungen einnehmen. In diesem Punkt sehen Professor Christoph Müller von der Uni St. Gallen und der ehemalige baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring bei den bisherigen Aufstellungen Schwächen. Deshalb wollen sie Klarheit herstellen – wer ist ein Weltmarktführer? Wer ist es nicht?

Der Index ist noch nicht komplett erstellt, doch nach ersten Erkenntnissen gehören zahlreiche Unternehmen aus der Region Heilbronn-Franken dazu (Infobox auf dieser Seite). Gelistet sind inzwischen 571 Unternehmen aus Deutschland (171 aus Baden-Württemberg).

Gegliedert soll der neue Index in drei Kategorien werden. Erstens Champions mit Jahresumsätzen von mindestens 50 Millionen Euro von nationalen Eigentümern und Stammsitzen im DACH-Raum (D wie Deutschland; A wie Austria, Österreich, und CH wie Confoederatio Helvetica, Schweiz). Eine zweite Kategorie soll Champions abbilden, die zu mehr als 50 Prozent Eigentümern gehören, die ihren Sitz außerhalb des DACH-Raums haben. Schließlich soll es Future-Champions geben, deren Umsatz geringer ist – zwischen 5 und 50 Millionen Euro.

Zu ihren Erfolgsfaktoren zählen die Weltmarktführer selbst die Führung in der technischen Entwicklung, die globale Präsenz sowie beste Mitarbeiter. Herausforderungen erkennen die Unternehmen nach eigenen Angaben in der Gewinnung der besten Talente und im Voranschreiten auf dem internationalen Parkett. Die Entwicklung der Weltwirtschaftskonjunktur, Beschaffungsmärkte sowie das Finden von Ersatz, falls die aktuelle Technologie an Bedeutung verliert. Von der Politik erwarten die Weltmarktführer eine Regulierung mit Augenmaß, Bürokratieabbau, Investitionen in Infrastruktur sowie freien Handel.

Finanziert wird das Projekt Weltmarktführer-Index unter anderem von der Würth-Gruppe in Künzelsau sowie von der Scheuerle Fahrzeugfabrik in Pfedelbach, die Teil der TII Group des Heilbronner Unternehmers Otto Rettenmaier ist.

Führende Unternehmen aus der Region

Folgende Unternehmen erfüllen die Voraussetzungen, um im neuen Index gelistet zu sein (Stand Januar 2018): Bausch+Ströbel, Abfüllmaschinen, Ilshofen; Bürkert, Maschinen- und Anlagenbau, Ingelfingen; EBM-Papst, Ventilatoren und Elektromotoren, Mulfingen; Gemü, Maschinen- und Anlagenbau, Ingelfingen; Schubert, Maschinen- und Anlagenbau, Crailsheim; Groninger, Maschinen- und Anlagenbau, Crailsheim; Kärcher, Reinigungstechnik, Winnenden; Klafs, Saunabau, Schwäbisch Hall; Manz, Maschinenbau, u.a. für Dünnschicht-Solarmodule, Reutlingen/Hall; Optima, Abfüllmaschinen, Hall; R. Stahl, Explosionsschutz, Waldenburg; Recaro, Flugzeugsitze, Schwäbisch Hall; Schunk, Greifarme, Lauffen a.N.;  Voith, Maschinen- und Anlagenbau, Heidenheim/Crailsheim; Wittenstein, Spezialgetriebe, Igersheim; Würth, Befestigungstechnik, Künzelsau; Ziehl-Abegg, Ventilatoren und Elektromotoren, Künzelsau

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