Oberfischach Schützen: Auf den Spuren von Robin Hood

Beim Bogenschießen zählt nicht nur Kraft, sondern auch Konzentration und innere Gelassenheit.
Beim Bogenschießen zählt nicht nur Kraft, sondern auch Konzentration und innere Gelassenheit. © Foto: Rainer Richter
Obersontheim / Rainer Richter 03.07.2018
Die Oberfischacher Schützen laden zum Fest. Beim Preisschießen gibt es eine kleine Sensation.

Die Bilanz, die Andreas Hornung, der 2. Vorsitzende des Schützenvereins Oberfischach, am Sonntag zieht, fällt sehr positiv aus. „Das Wetter hat mitgespielt und mit dem regen Besuch unseres Schützenfestes sind wir sehr zufrieden.“ Für dieses Jahr hatte man sich etwas Besonderes ausgedacht: das Bogenschießen.

Der Verein reagiert damit auf die zunehmende Beliebtheit dieser Sportart. Zu jeder vollen Stunde zeigte Nevena Vasiljevic, wie man mit einem Bogen schießt, während ihr Vater Aleks jedem Interessenten mit einer kurzen Einweisung zur Verfügung stand. Schnell wurde klar, dass die Anforderungen an einen Bogenschützen nicht zu unterschätzen sind. So zieht die zwölfjährige Nevena bei jedem Pfeilauszug etwa 8,9 Kilogramm. In einem Wettkampf, bei dem 90 Pfeile verschossen werden, summiert sich das.

Beim Bogenschießen kommt es aber auch in erheblichem Ausmaß auf Ruhe, Konzentration und innere Gelassenheit an. Das Jedermannschießen verdeckt oft die Tatsache, dass diese Fähigkeiten beim Schießsport überhaupt zum Tragen kommen. Dieter Glasbrenner vom Schützenverein stellt fest: „Ein guter Schütze muss auch trainieren.“ Das Auge muss auf Kimme und Korn fixiert sein, das Ziel wird mehr unbewusst wahrgenommen. „Ein Hin- und Herspringen des Auges von Kimme und Korn zum Ziel, das geht gar nicht.“

Anders ist es bei manchen Festbesuchern. Erika Fischer vom Team „Exclusiv Damen“ sagt: „Unsere Mannschaft schießt nur zweimal im Jahr. Bei den Schützenfesten in Sulzdorf und in Oberfischach.“ Ihr Credo: Es soll einfach nur Spaß machen. Beim Pokalschießen der Damen haben sie mit 284 Ringen gewonnen. Und das nicht zum ersten Mal. „Wir waren mindestens schon zehnmal Sieger“, freut sich Fischer.

Eine kleine Sensation gab es beim Preisschießen. Hier werden nicht die Ringe gezählt, sondern die Abweichung vom Zentrum. Diese wird Teiler genannt und in Hundertstelmillimetern gemessen. Der Teiler gibt also den Abstand des Schusses in Hundertstelmillimetern von der Mitte der Scheibe an. Rainer Deininger und Angelika Blau schossen jeweils 2 Teiler.

Die Ergebnisse im Überblick

Pokalschießen (Ringe) Damen
1. Exclusiv Damen (284), 2. Collin Metallbau Damen (270), 3. Löwen Damen (268)

Männer 1. Zeppelin 1 (284), 2. Fünfe Treff 1 (280), 3. Graue Wölfe (279)

Preisschießen (Teiler) Rainer Deininger 2 Teiler, Angelika Blau 2 Teiler, Michael Collin 29 Teiler ri

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