Lesung Auf den Spuren der Beatles

In der Stadtbücherei zeigt Paul Frey Fotos von seinen Reisen und liest aus seinem Buch. Es soll 2020 erscheinen.
In der Stadtbücherei zeigt Paul Frey Fotos von seinen Reisen und liest aus seinem Buch. Es soll 2020 erscheinen. © Foto: Sonja Alexa Schmitz
Schwäbisch Hall / Sonja Alexa Schmitz 13.02.2019

Ein wahrer ­Beatles-Fan gibt sich nicht mit dem Hören der Musik zufrieden. Er macht sich auf die Reise nach Liverpool und zu allen Orten, an denen die Idole Spuren hinterlassen haben. Der Fan ist Paul Frey.

Die Stühle in der Bibliothek reichen nicht aus für all die Menschen, die gekommen sind, um mit dem Autor auf Zeitreise zu gehen. Sein Buch ist noch eine lose Blättersammlung, die aber im Jahr 2020, 50 Jahre nach dem Ende der Beatles, herauskommen soll. Andrea Wanner von der Volkshochschule freut sich, den Karlsruher für diese Lesung aus der Reihe „Very British“ gewonnen zu haben. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Kulturbüro und der Stadtbücherei. Auch die Musikschule ist mit im Boot. Fünf Gitarrenschüler haben Lieder der Beatles geübt, die sie in den Lesepausen vortragen.

Paul Frey ist in den letzten zwei Jahren viel gereist: nach Liverpool, Hamburg, London und Indien. Er zeigt Fotos von Bars in Liverpool, in denen die Beatles die Decke bemalt oder „John is back“ in die Wand geritzt haben. Das war nach einer Reise nach Hamburg, wo ihnen wohl auch die avantgardistischen Pilzkopffrisuren zum ersten Mal begegnet sind.

Frey ist dahin gefahren, wo die Kultmusiker herkommen. Ringo und George sind in ärmlichen Stadtvierteln aufgewachsen, ihre Elternhäuser sind triste Backsteinreihenhäuser. Johns Elternhaus, in dem viel zu früh seine geliebte Mutter starb, ist immerhin ein Mittelklassehaus. Das Foto zeigt ein grau-weißes Gebäude mit schönen Bleiglasscheiben. Hier haben John und Paul, der Nukleus der Beatles, ihre ersten Songs ausgeheckt.

Warum nicht „yes“ statt „yeah“?

Johns Tante Mimi habe Vorbehalte gegen den Jungen gehabt. Überhaupt sei sie der Musik gegenüber skeptisch gewesen: „Mit einer Gitarre wirst du kein Geld verdienen.“ Auch Pauls Vater verstand nicht, warum sein Sohn „She loves you, yeah, yeah, yeah“ singt, wo es doch „yes, yes, yes“ heißen müsste. Dem Erfolg und dem Verkauf von letztlich mehr als 600 Millionen Platten stand das nicht im Weg.

Frey liest weiter vor: Die Indienreise 1968, der Beginn der Krise. „Es war ihre kreativste Phase und auch die Zeit ihrer Suche nach Identität.“ Gleichzeitig starb ihr Manager Brian Epstein. John fing die Beziehung zu Yoko Ono an, die, so munkele man, Schuld an dem Auseinandergehen der Band gehabt haben soll. Ihre Leitfigur, der Yogi Maharishi, von dem sie sich in Indien Halt wünschten, enttäuschte sie, indem er junge Frauen verführte. Was immerhin zu dem Song „Sexy Sadie“ führte.

Viel Wissen hat Frey angesammelt, das er mit weicher Stimme den Zuhörern präsentiert. „Also, ich gehe jetzt nach Hause und höre meine Beatles-Platten“, schließt Andrea Wanner nach der fast zweistündigen Lesung.

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