Es gibt verschiedene Faktoren, die für den aktuellen Rückgang von Honig- wie Wildbienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen und Co. verantwortlich sind. Die heimische Insektenwelt beispielsweise sei an bestimmte Pflanzenarten angepasst – die nötige Artenvielfalt aber nehme in unserer Landschaft immer weiter ab, heißt es in einer Pressemitteilung des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald. Wenn Wildblumenwiesen, blühende Sträucher und Gartenstauden sowie Ackerwildkräuter immer weniger würden, fänden Insekten zu wenig Futter.

Michelbach

Um die Artenvielfalt in der Region zu erhöhen, und um dem fortschreitenden Insektensterben ein Stück entgegenzuwirken, wurde das landesweite Projekt „Blühende Naturparke Baden-Württemberg“ ins Leben gerufen. Gefördert wird es mit Mitteln aus dem Sonderprogramm des Landes Baden-Württemberg zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Ziel ist es, durch die Anlage von Wildblumenwiesen ganzjährig Lebensraum und ein reichhaltiges und vielfältiges Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen.

Dicht geknüpftes Netz

Im Gegensatz zu Honigbienen fliegen viele Wildbienenarten keine weiten Strecken. Daher kommt es nicht so sehr auf die Größe der einzelnen Fläche an, sondern auf ein möglichst dichtes Netz an Wildblumenstandorten, um auch die Ausbreitung der Insekten zu unterstützen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die richtige Flächenpflege.

Heilbronn/Untermünkheim

Wie sich naturnahe Wildblumenwiesen am besten entwickeln und wie die Pflege von Schmetterlings- und Wildbienensäumen aussieht, wird im Naturpark im Rahmen eines Bauhof-Trainings gelehrt. In den Seminaren der Diplom-Biologen Karin und Martin Weiß aus Kirchheim/Ries werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunaler Bauhöfe in der Anlage und Pflege von naturnahen, öffentlichen Grünflächen geschult und beraten.

„Wachstum braucht Zeit“

Auf „Eh-da“-Flächen in den Teilnehmergemeinden – etwa entlang von Rad- und Fußwegen, auf Verkehrskreiseln oder gemeindeeigenem Grünland – soll mit gebietsheimischem Saatgut die Vielfalt nachhaltig erhöht werden. Die Bevölkerung müsse sich dann an neue Anblicke gewöhnen, so der Naturpark in seiner Pressemitteilung. Es  gelte, Geduld zu haben, der Natur eine Chance zur Entfaltung zu geben und offen für eine neue Ästhetik zu sein.

Bis zum 40-jährigen Jubiläum des Naturparks im Jahr 2019 sollen die ersten Wildblumenwiesen zu sehen sein. 15 Naturparkkommunen beteiligen sich seit Herbst 2017: Michelfeld, Michelbach an der Bilz, Großerlach, Sulzbach an der Murr, Oppenweiler, Backnang, Althütte, Kaisersbach, Welzheim, Alfdorf, Plüderhausen, Lorch, Berglen, Abtsgmünd und Adelmannsfelden. Im Herbst 2018 sind weitere Kommunen eingestiegen: Rosengarten, Gaildorf, Rudersberg, Auenwald, Wüstenrot und Mainhardt.

Michelbach

Das Bauhof-Training wird gefördert durch den Naturpark mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Lotterie Glücksspirale. Der gewählte Ansatz, die Bauhöfe zu integrieren, beruht auf dem landesweiten NABU-Projekt „Natur nah dran“.