Umbruch Atlas Components in Gerabronn ist insolvent

Wie genau und in welchem Umfang Atlas Components in Gerabronn wieder auf Kurs kommen soll, wird sich erst nach Verfahrenseröffnung im März abzeichnen – auch wie es mit den derzeit 102 Mitarbeitern weitergeht.
Wie genau und in welchem Umfang Atlas Components in Gerabronn wieder auf Kurs kommen soll, wird sich erst nach Verfahrenseröffnung im März abzeichnen – auch wie es mit den derzeit 102 Mitarbeitern weitergeht. © Foto: Melanie Boujenoui
Gerabronn / Melanie Boujenoui 23.01.2019
Nach langer Talfahrt kam am Jahresende der Antrag. Jetzt soll der Betrieb in Eigenverwaltung fortgeführt werden.

 „Erst einmal ändert sich nichts“, erklärt Gerhard Frerichs, Geschäftsführer von Atlas Components, sichtlich darum bemüht, die Stimmung positiv zu halten. Im Moment käme es darauf an, Ruhe zu bewahren, und vor allem bei den Mitarbeitern keine unnötigen Ängste zu schüren. Denn zunächst gehe der Geschäftsbetrieb in der Daimlerstraße in Gerabronn unverändert und uneingeschränkt weiter.

Atlas Components hatte nach eigenen Angaben in den letzten Jahren massive Verluste eingefahren und am 12. Dezember 2018 Sanierung in Eigenverwaltung beantragt. Bis Ende Februar sind die Löhne der aktuell 102 Mitarbeiter über die Insolvenzgeldversicherung der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Ab März wird laut Rechtsanwalt Martin Lambrecht, dem federführendem Partner bei der Insolvenz, voraussichtlich das Verfahren eröffnet. „Bis dahin werden wir wissen, wohin die Reise mit Atlas Components geht“. Verschiedene Ansätze kämen in Betracht – eventuell auch eine Investorenlösung.

Auf den Prüfstand würde nicht nur die Belegschaft gestellt. Sämtliche Geschäftsabläufe will die Düsseldorfer Kanzlei Lambrecht abklopfen, um geeignete Sanierungsmaßnahmen zu finden. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir das Unternehmen erhalten, und möglichst viele Arbeitsplätze retten können“, sagt Lambrecht. 

Atlas Components entwickelt und fertigt Stahlbauelemente, insbesondere Tanks und Zylinder etwa für Radbagger an. Derzeit sei die Firma schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig beklagt auch Brahim Stitou, der der Geschäftsführung von Atlas Components angehört. Bislang sei es nicht in ausreichendem Maße gelungen, die Kosten marktgerecht anzupassen. Bis dato habe man den Bestand des Unternehmens mithilfe der Gesellschafter und Darlehen wesentlicher Kunden sichergestellt. Ein „wesentlicher“ Kunde ist die Atlas GmbH mit Sitz in Ganderkesee, der Brahim Stitou ebenfalls als Geschäftsführer vorsteht. Wobei die beiden Unternehmen rechtlich nicht zusammenhängen, wie der Betrieb betont.

Atlas Components geht auf die ehemalige Firma HFM/Terex zurück, wurde im Jahr 2013 vom amerikanischen Investor Fil Filipov beziehungsweise seiner Frau Veronique Filipov übernommen und firmierte eine Zeit lang als Kaelble. 

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