APROPOS: Zugänge

JUST 29.11.2014

Schwäbisch Hall forciert das Thema kommunales Bausparen. Dieses Feld beackern die Landesbausparkassen bisher konsequenter als der Marktführer im privaten Bausparbereich. Was dem Menschen sein Häusle ist, sind den Gemeinden Feuerwehrmagazine, Sportplätze oder Kläranlagen. Diese müssen auch irgendwie finanziert werden. Dem Einwand, das Ansparen tauge nicht für eine Gemeinde, entgegnete Rosengartens Bürgermeister Jürgen König am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Hall konsequent: Wer das nicht schultern kann, müsse sich ganz grundsätzliche Gedanken machen. Auch ein Thema: Die verhältnismäßig hohen Tilgungsraten in der Darlehensphase von Bausparverträgen. Dies räumt Schwäbisch-Hall-Vorstand Jürgen Gießler ein, merkt aber an: Ein Bausparvertrag sei in der Regel ein Instrument zur Teil-, nicht zur Vollfinanzierung. In diesem Punkt unterscheidet sich das kommunale nicht vom privaten Bausparen.

Handwerkskammerpräsident Ulrich Bopp pflegt die Bedrohung, die EU-Kommission wolle den Meisterbrief abschaffen. Dieser gilt als Qualitätssiegel für Ausbildung und Arbeit. Doch Europa scheint diesen Angriff längst abgeblasen zu haben. Die EU, die den Zugang zu stark reglementierten Berufen erleichtern will, scheint eingesehen zu haben, was für ein Juwel der Meisterbrief ist. Die Politkommissare sollten tatsächlich ihre Finger davon lassen. Mit der Festlegung auf eine umfangreiche Liste nicht zulassungspflichtiger Berufe ist das Handwerk dereguliert genug. Wir können doch nicht jeden Möchtegernexperten an unserer Autobremse oder am Stromkasten herumschustern lassen.