APROPOS: Gipfel

JUST 26.07.2014

In vielen kleinen und mittleren Unternehmen würde die Sensibilität für den Mangel an gut ausgebildeten Mitarbeitern fehlen, vermuten Mitglieder des regionalen Fachkräfteforums. Mag stimmen - vielleicht auch deshalb, weil der Begriff Fachkräftemangel überstrapaziert ist. Es gibt Bereiche, in denen qualifizierte Mitarbeiter jetzt schon rar sind - in Pflege und IT oder im Ingenieurwesen. Derzeit ist der Mangel aber nicht flächendeckend. Fachleute gehen aber davon aus, dass er künftig alle Branchen erfassen wird. Mal sehen, welche Dynamik sich entwickelt, wenn es in Zukunft nicht mehr genug Bäcker, Maler oder Sanitärinstallateure geben wird.

Zuversicht herrscht bei vielen Unternehmern - aber längst nicht bei allen. Wie eine repräsentative Konjunkturumfrage bei den 52000 Betrieben in der Region ergab, können sich nur noch 31 von 100 Unternehmen vorstellen, dass sich die wirtschaftliche Lage weiter verbessert. 60 gehen von einer gleichbleibenden Situation aus, 9 schätzen, dass es schlechter wird. Das Einschätzen wirtschaftlicher Lagen hat freilich ein bisschen was mit Bergsteigen zu tun. In der Euphorie nach dem Erreichen eines Gipfel kann man sich kaum vorstellen, bei der nächsten Tour noch ein paar Höhenmeter höher zu steigen.

Pünktlich sein, Handy ausschalten, etwas Ordentliches anziehen, Tattoo verbergen, Piercing herausnehmen - wer sich nicht sicher ist, wie er zu einem Bewerbungsgespräch erscheinen sollte, kann das in Kursen lernen. Doch Achtung: Allzu langweilig sollte der Bewerber nicht auftauchen. Vielleicht erwartet der neue Chef ein bisschen Mut, Schwung und Ideenreichtum.

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